1989 – Globale Geschichten: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Ai Xiaoming, Professorin für Chinesische Sprache und Literatur, Guangzhou. Neben ihrer Professur an der Sun Yat-sen-Universität, Guangzhou/China, ist Ai Leiterin des 2003 gegründeten Sex/Gender Education Forum und stellvertretende Direktorin des Women’s Study Centre. Sie arbeitet außerdem als Übersetzerin, Regisseurin und Filmemacherin. In ihren Dokumentarfilmen setzt sie sich u.a. mit den Menschenrechten und dem Rechtssystem in China auseinander. Zu ihren bekanntesten Produktionen zählen „Paradise Garden“ (2003), „Tai Shi Village“ (2006) und „Care and Love“ (2007).

Natasha Amiri, Autorin und Kritikerin, Teheran. Geboren 1970, begann 1995 nach einer Begegnung mit der Autorin Ghazaleh Alizadeh, ihre ersten Erzählungen zu schreiben. Für ihre Werke erhielt sie in Iran viele Auszeichnungen, u.a. das „Haus der Erzählungen“ für ihr Erstlingswerk, den ersten Preis der Literaturzeitschrift Asr-e- Panjshanbeh und den iranischen „Volkspreis“. Bisher sind Ihre Romane und Erzählungen nicht auf Deutsch erschienen.

Nevim Çil, Migrationsforscherin, Berlin. Forscht, lehrt und publiziert zu Migration und Verwandtschaftsbeziehungen. 2007 erschien ihre Dissertation „Topographie des Außenseiters. Türkische Generationen und der deutsch-deutsche Wiedervereinigungsprozess". Sie ist Mitherausgeberin von „Insider-Outsider. Bilder, ethnisierte Räume und Partizipation im Migrationsprozess“ (2005). Bis 2008 war Çil wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr derzeitiges Projekt befasst sich mit Europaimaginationen türkischer Migranten.

Faheem Dashty, Journalist, Kabul. Studierte Politologie an der Kabul University, Kabul/Afghanistan. Wegen seiner engen Bindung an den Führer der Nordallianz Ahmad Shah Massoud floh er 1989 aus Afghanistan mit Stationen in Iran, Tadschikistan, Usbekistan, Frankreich und Pakistan. 2001 befand er sich in der Nähe des Kommandeurs, als dieser einem Anschlag zum Opfer fiel. Dashty überlebte mit schweren Verletzungen. Nach einer Behandlung im Ausland übernahm er 2002 die ursprünglich von Massoud gegründete dreisprachige Zeitung Kabul Weekly. Die Zeitung, für die er heute als Chefredakteur arbeitet, gilt als die erste unabhängige Zeitung Afghanistans nach dem Sturz der Taliban.

Manthia Diawara, Professor für Vergleichende Literatur- und Filmwissenschaft, New York. Leitet den Fachbereich Africana Studies an der New York University. Mit „African Cinema: Politics and Culture” (1985/1992), „Black American Cinema“ (1993) und „In Search of Africa“ (1998) verfasste er bahnbrechende Werke der Black Cultural Studies. Diawara gründete die zweisprachige Zeitschrift Black Renaissance/Renaissance Noire, für die er heute noch als Redakteur arbeitet. Er führte Regie bei zahlreichen Filmen. Gemeinsam mit Ngûgî wa Thiong’o drehte er den Dokumentarfilm „Sembène Ousmane: The Making of the African Cinema“ (1993). Sein Film „Conakry Kas“ (2003) erhielt 2005 den Grand Prix for Documentary beim FESPACO und 2005 den Golden Dhow des Zanzibar International Film Festival.

Andreas Eckert, Professor für Asien- und Afrikawissenschaften, Berlin. Studierte von 1985-90 Geschichte, Französisch und Journalistik in Hamburg, Yaoundé/Kamerun, Aix-en-Provence; 1995 Promotion an der Universität Hamburg. Seit 2007 ist er Professor für die Geschichte Afrikas an der Humboldt-Universität zu Berlin, seit 2008 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften. Er lehrt und forscht zur Geschichte Afrikas im 19. und 20. Jahrhundert sowie zu Fragen des Kolonialismus, der Historiografie, der Arbeit und Globalisierung. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Vom Imperialismus zum Empire - Nicht-westliche Perspektiven auf die Globalisierung“ (hgg. mit Shalini Randeria, 2009).

Silvia Fehrmann, Kulturwissenschaftlerin und Journalistin, Berlin. Geboren in Buenos Aires, arbeitete dort am Goethe-Institut als Referentin für Presse und Sponsoring und schrieb u.a. für Tages- und Wochenzeitungen über kulturelle und politische Themen. Nach einer Station als Korrespondentin argentinischer Medien in New York leitete sie 2004 -07 die Öffentlichkeitsarbeit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Heute ist Fehrmann Leiterin der Kommunikationsabteilung im Haus der Kulturen der Welt.

Caroline Fetscher, Journalistin und Publizistin, Berlin. Studierte in Freiburg und Hamburg Germanistik und Psychologie und war Chefredakteurin des Greenpeace-Magazins in Hamburg. Als freischaffende Autorin schrieb sie u.a. für den Spiegel und GEO, die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche Zeitung und die tageszeitung. Seit 1997 schreibt sie für den Tagesspiegel. Fetscher befasst sich u.a. mit Südosteuropa, den Menschenrechten und transatlantischen Beziehungen. 1997 erschien „Die Tropen als Text“, 2002 veröffentlichte sie gemeinsam mit Julija Bogoeva „Srebrenica. Ein Prozess“.

Bert Fragner Professor für Islamwissenschaft, Wien. Studierte Islamwissenschaft, Turkologie, Arabistik und Iranistik sowie Völkerkunde und Slawistik an der Universität Wien. 1965 erhielt er ein Stipendium an der Universität Teheran, 1970 promovierte er an der Universität Wien. Von 2000-02 war er Präsident der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG). Seit April 2003 ist er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Iranistik an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Autor und Herausgeber diverser Monografien und Bände. Seit 2003 ist Fragner gemeinsam mit Velizar Sadovski Herausgeber der Reihe „Iranische Onomastik“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Timothy Garton Ash, Historiker, Oxford. Professor und Direktor des European Studies Centre der University of Oxford und derzeit Isaiah Berlin Professorial Fellow. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den David Watt Memorial Prize, den Premio Napoli, den George Orwell Preis, den Imre Nagy Memorial Plaque, den Hoffmann von Fallersleben Preis, das Bundesverdienstkreuz und die Verdienstkreuze Polens, der Tschechischen Republik und das britische CMG. 2005 wurde er vom Time Magazine als einer der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gelistet. Zu seinen Werken zählen „Ein Jahrhundert wird abgewählt“ (dt. 1993), „Im Namen Europas“ (dt. 2004) und „Freie Welt“ (dt. 2004).

Ejaz Haider, Journalist, Lahore. Redakteur der unabhängigen pakistanischen Tageszeitung Daily Times. 2003 war er Visiting Fellow der Brookings Institution und arbeitete im Rahmen des Foreign Policy Studies Program über die US-pakistanischen Beziehungen. Neben seiner Redaktionstätigkeit war er außerdem Gastdozent an zahlreichen Institutionen, darunter der University of Illinois, USA, und dem National Institute of Public Administration (NIPA) in Lahore/Pakistan. Von 1999 bis 2002 war Haider Projektkoordinator des Asien-Europa Dialogs der Heinrich Böll Stiftung. Haider schreibt auch für weitere Publikationen in Asien, darunter die Times of India. Seine Themen reichen von Afghanistan und dem politischen Islam bis zu den Beziehungen zwischen Indien und Pakistan.

Thomas Heise, Professor für Film/Medienkunst, Karlsruhe. Nach einer Druckerlehre arbeitete Heise als Regieassistent im DEFA-Studio für Spielfilme. Bis 1982 studierte er an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Von 1987-90 war Heise Meisterschüler der Akademie der Künste der DDR. Erst nach der Wende wurde er bekannt, u. a. mit „Stau - Jetzt geht's los“ (1992). Sein Film „Mein Bruder. We Will Meet Again“ lief auf der Berlinale 2005. Seit 2007 lehrt Heise an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), Karlsruhe.

Dieter Ingenschay, Professor für Romanistik, Berlin. Promovierte 1979; 1987 folgt seine Habilitation an der Universität Bochum. Von 1990-95 ist er Professor für Romanische Philologie an der Universität München, 1995 wechselt er an die Humboldt-Universität zu Berlin und übernimmt den Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft. Ingenschay befasst sich mit postmoderner Kulturtheorie und zeitgenössischer romanischer Literatur. Er ist Gesamtkoordinator des Spanischen Programms für kulturelle Zusammenarbeit mit Deutschland („Pro Spanien”). Zu seinen jüngsten Publikationen zählen u.a. „EuropAmerica“ (Hrsg. mit O. Ette, G. Maihold, 2008), „Argentiniens (Post-)Krise: Symbole und Mythen“ (KultuRRevolution Nr. 51, 2006), „Hemisphärische Konstruktionen der Amerikas (Hrsg. mit P. Birle, M. Braig, O. Ette, 2006).

Navid Kermani, Publizist und Islamwissenschaftler, Köln. Studierte Islamwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Kairo und Bonn. Nach der Promotion arbeitete er als Regieassistent und später als Dramaturg am Schauspielhaus Frankfurt und am Mülheimer Theater an der Ruhr. Bis 2003 war er Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 2007 erhielt er ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. Kermani veröffentlichte zahlreiche Bücher über die islamische Welt, darunter die Reportagensammlung „Schöner neuer Orient. Berichte von Städten und Kriegen“ (2003). Für „Gott ist schön - Das ästhetische Erleben des Koran“ erhielt er 2000 den Ernst-Bloch-Förderpreis. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Deutschen Islamkonferenz. Kermani schreibt regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung. 2008 berief ihn das Haus der Kulturen der Welt zum Permanent Fellow.

Margarita López Maya, Professorin für Development Studies, Caracas. Forscht und lehrt seit 25 Jahren zur politischen Zeitgeschichte Venezuelas. Sie war unter anderem Notre Dame Visiting Fellow des Helen Kellogg Institute, Indiana/USA, Andrés Bello Fellow an der University of Oxford, Oxford, sowie Tinker Foundation Fellow an der Columbia University, New York. Derzeit ist sie Fellow am Woodrow Wilson International Center for Scholars in Washington D.C. und arbeitet dort an dem Forschungsprojekt „Participatory Innovations in Bolivarian Caracas”. López Maya ist Honorarprofessorin am Center for Development Studies (CENDES) der Central University of Venezuela, Caracas.

Mueni wa Muiu, Dozentin für Politikwissenschaft, Winston-Salem. Studierte Politikwissenschaft und Afrikanistik an der Howard University, Washington, D.C. und ist heute Dozentin an der Winston-Salem State University, North Carolina/USA. Ihre Artikel erschienen in African & Asian Studies, der African Studies Review und dem Journal of Third World Studies. Sie ist Autorin von „The Pitfalls of Liberal Democracy” und „Late Nationalism in South Africa” (2008). Gemeinsam mit Guy Martin veröffentlichte sie im Januar 2009 „A New Paradigm of the African State: Fundi wa Afrika”.

Christina Nord, Filmkritikerin, Berlin. Studierte Literaturwissenschaften und Lateinamerikanistik an der Freien Universität Berlin und in San José, Costa Rica. Seit 2002 leitet sie das Filmressort der tageszeitung. Neben ihrer redaktionellen Tätigkeit ist sie Dozentin für Filmkritik an der Freien Universität Berlin. 2004 war Nord Jurymitglied beim Festival de Cine Independiente Buenos Aires und Präsidentin der Jury beim Filmfestival La Habana 2005.

Verónica Valdivia Ortiz, Professorin für Geschichte, Santiago. Studierte Bildende Kunst an der Universidad de Santiago de Chile und promovierte dort in American Studies. Derzeit lehrt Ortiz an der Universidad de Santiago de Chile und an der Universidad Diego Portales, Santiago/Chile. Sie forscht über die chilenische Militärdiktatur. Erschienen sind u.a. „Terrorism and Political Violence during the Pinochet Years: Chile, 1973-1989” (in: Radical History Review 85) und „Chile: The Coup after the Coup” (in: WeltTrends 49).

Shahrnush Parsipur, Autorin, Richmond/USA. Geboren 1946, war seit 1967 als Redakteurin für das staatliche iranische Fernsehen tätig. 1973 nahm sie ein Studium der Soziologie an der Universität Teheran auf, 1974 erschien ihr erster Roman. Im selben Jahr trat sie aus Protest auf die Exekution von zwei Künstlern durch das Schah-Regime zurück. Eine einjährige Inhaftierung folgte. Ein Jahr nach ihrer Freilassung floh sie nach Frankreich, wo sie ihr zweites Buch verfasste. Nach der Iranischen Revolution kehrte Parsipur 1979 in den Iran zurück. Ohne offizielle Anklage setzte man sie erneut für vier Jahre und sieben Monate fest. Ihr im Gefängnis begonnener Roman „Touba and the Meaning of Night” (1989, dt. “Tuba“) wurde ein nationaler Bestseller. Nach weiteren Verhaftungen und dem Verbot ihrer Bücher in Iran ging Parsipur 1994 ins amerikanische Exil. 2003 erhielt sie das erste International Writers Project Fellowship der Brown University, Providence/Rhode Island. Bis heute hat sie elf Bücher veröffentlicht, zuletzt „Men from Various Civilizations“ (2007).

Damani Partridge, Dozent der Ethnologie, Michigan. Lehrt im Center for Afro-American and African Studies an der University of Michigan, USA. 1995 ging er mit einem Fulbright Stipendium nach Berlin, von 1999-2000 war er German Chancellor Fellow. Seine Untersuchungen zur deutschen Identität nach dem Mauerfall veröffentlichte er 2003 u.a. in seinem Essay „Becoming Non-Citizens: Technologies of Exclusion and Exclusionary Incorporation after the Berlin Wall” und in „We Were Dancing in the Club, Not on the Berlin Wall” (2008).

Beatriz Sarlo, Professorin für Argentinische Literatur, Buenos Aires. Studierte Literatur an der Universidad de Buenos Aires (UBA), Argentinien. Sie befasste sich u.a. mit der Geschichte der Medien-, Film- und Pop- sowie der urbanen Kultur. 1978, noch während der Militärdiktatur, gründete sie das Magazin Punto de Vista. Sarlo unterrichtete in Columbia, Maryland und Berkeley und war Simon Bolivar Professor für Lateinamerika-Studien an der University of Cambridge. Sie erhielt Stipendien des Wilson Center, Washington/USA, der Guggenheim-Stiftung und des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter „Una modernidad periférica: Buenos Aires 1920 y 1930“ (1988), „Borges. A writer on the Edge“(1993) und „Literatura/Sociedad” (mit Carlos Altamirano, 1997).

Saskia Sassen, Professorin für Soziologie, USA. Lehrt an der University of Chicago/USA und an der London School of Economics, London/UK. Geboren in den Niederlanden als Tochter des Niederländers Willem Sassen, der für das Nazi-Regime Propagandadienste geleistet hatte, wuchs Saskia Sassen in Buenos Aires auf. Sie studierte Philosophie und Politikwissenschaften an der Universität Poitiers, Frankreich, der Università di Roma, und der Universidad de Buenos Aires. Ab 1969 studierte sie Soziologie und Ökonomie an der University of Notre Dame, Indiana. Sassen forscht über Globalisierungsprozesse und Wanderungsbewegungen von Arbeit und Kapital sowie über moderne Kommunikationsmittel. Dabei beschrieb sie das Phänomen der so genannten „Global City“. 2008 erschien ihr Buch „Das Paradox des Nationalen“ auf Deutsch.

Vladimir Sorokin, Schriftsteller, Moskau. Geboren1955 in Bykowo, ist russischer Schriftsteller und Dramatiker und gilt als ein Hauptvertreter des russischen Konzeptualismus. Er studierte am Moskauer Gubkin-Institut der Erdgas- und Erdölindustrie sowie am Institut für Chemie. Sorokin beschäftigte sich mit Buchgrafik, Malerei und Konzeptkunst und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Er gestaltete und illustrierte etwa 50 Bücher. In seinen Werken parodiert er den sozialistischen Realismus. Auf Deutsch sind zuletzt erschienen „Das Eis“ (2005), „Bro“ (2006) und „Der Tag des Opritschniks“ (2007).

Zur Biografie von Wole Soyinka

Jeanette Spassova, Schauspielerin, Berlin. Geboren in Plovdiv/Bulgarien. Spassova studierte an der Theaterschule in Sofia und lebt seit 1989 in Berlin. Seit 1993 ist sie an der Berliner Volksbühne engagiert und spielte vor allem in den Inszenierungen Frank Castorfs, unter anderem in Zuckmayers „Des Teufels General" und Dostojewskis „Dämonen" sowie in „Erniedrigte und Beleidigte" bei den Wiener Festwochen 2001 und dem Berliner Theatertreffen 2002. In Basel war Spassova als Elisabeth in Horváths „Glaube Liebe Hoffnung" zu sehen. Unter Regie von Calixto Bieito spielte sie „Macbeth" in den Münchner Kammerspielen und bei den Salzburger Festspielen 2001.

Tilman Spengler, Autor, Berlin. Studierte Sinologie, Politologie und Moderne Geschichte in Heidelberg, Taipeh und München. Nach seiner Promotion war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Plank-Institut für Sozialwissenschaften in Starnberg. Anfang der 1980er Jahre folgten Forschungs- und Lehraufenthalte an der Akademie der Wissenschaften in Peking und am Wissenschaftskolleg in Berlin, gleichzeitig übernahm er die Mitherausgeberschaft für das Kursbuch. Neben seiner akademischen Tätigkeit schreibt er für Die Zeit, den Spiegel, GEO und Die Woche, ist Drehbuchautor und Dokumentarfilmer („Bitterer Balkan“, 1999) und Schriftsteller. Zu seinen Werken zählen u.a. „Lenins Hirn“ (1991), „Der Maler von Peking“ (1996), „Die Stirn, die Augen, der Mund“ (1996), „Meine Gesellschaft“ (2001). 2003 erhielt er für seine Werke den Ernst-Hoferichter-Preis.

Susanne Stemmler, romanistische Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Berlin. Promovierte 2004 über den Orientalismus in der französischen Literatur. Von 1997 bis 2004 lehrte Stemmler an der Universität Düsseldorf Romanistik und Medienwissenschaft; von 2005-07 war sie Fellow der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Center for Metropolitan Studies in Berlin/New York. Ihr Forschungsprojekt „Hip-Hop. Die transkulturelle Ästhetik der Performance“ führte sie als Visiting Fellow u.a. an die Columbia-Universität in New York. Seit 2008 leitet sie den Bereich Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft am Haus der Kulturen der Welt. Publikationen u.a. „Hip-Hop und Rap in romanischen Sprachwelten. Stationen einer globalen Musikkultur“ (Hg., 2007), „New York – Berlin. Kulturen in der Stadt“ (2008) sowie Aufsätze zu Migration, Transkulturalität, Post/Kolonialismus und Urbanität.

Jihan El-Tahri, Autorin und Filmregisseurin, Frankreich. Geboren 1963 in Beirut/Libanon. Zwischen 1984-90 arbeitete sie als Korrespondentin der Nahost-Politik. Seit 1990 dreht sie Dokumentarfilme zu politischen und sozialen Themen für ARTE, BBC u.a. El-Tahri führte bei über einem Dutzend Filme Regie, u.a. bei dem Emmy-nominierten Film „The House of Saud“. Ihr Film „The Price of Aid“ gewann 2004 den Europäischen Medienpreis, „Cuba: An African Odyssey“ wurde in Frankreich, Kanada, Angola und Venezuela ausgezeichnet. Für ihre Arbeit erhielt sie den British Television Award. El-Tahri veröffentlichte außerdem eine Biografie von Yassir Arafat („The nine Lives of Yasser Arafat“, 1997) und ein Buch zum Israel-Palästina Konflikt („Israel and the Arabs“, 1998).

Michael Mark Terkessidis, Publizist, Berlin. Promovierter Psychologe, arbeitet als Journalist und Autor zu Popkultur, Migration und Rassismus. Von 1992 -94 war er Redakteur der Zeitschrift Spex. Er ist Mitbegründer des Institute for Studies in Visual Culture in Köln und Mitglied von Kanak Attak. Zuletzt erschien sein Buch „Fliehkraft. Gesellschaft in Bewegung – von Migranten und Touristen“ (2006).

Phan Huy Thao, Migrationsberater, Berlin. Geboren in Vietnam, kam 1989 nach Berlin und arbeitete zunächst als Sprachvermittler für eine Gruppe vietnamesischer Vertragsarbeiter der VEB „Herrenbekleidung Fortschritt“. Von 1993-2003 war er bei der Caritas Brandenburg als Sozialberater für Vietnamesen beschäftigt, parallel studierte er bis 2001 an der Katholischen Fachhochschule Berlin. 2003-05 Tätigkeit als Familienhelfer. Seit 2006 ist Phan Huy Thao Migrationsberater bei Reistrommel e.V.

Laura Maori Tonke, Schauspielerin, Berlin. Studierte bis 1996 Theaterwissenschaften in Berlin. Tonke gab ihr Kameradebüt mit 17 Jahren in Michael Kliers Spielfilm „Ostkreuz". Es folgten zahlreiche Rollen in Spiel- und Fernsehfilmen sowie Modelaufträge. 2000 wurde Tonke als „Beste Nachwuchsschauspielerin" mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Für ihre Rolle der Gudrun Ensslin in „Baader" wurde sie 2003 für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Bastian Trost, Schauspieler, Berlin. Besuchte die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Bereits im Alter von 16 Jahren übernahm er Rollen in „Medea" und „König Lear" am Düsseldorfer Schauspielhaus. Danach war er u.a. in „Romeo and Juliet" (1991, Kolb-Halle Köln), „Der gute Dieb" (1998, Deutsches Theater Baracke) und „The Beach" (2001, Volksbühne Berlin) zu sehen. Seit 2002 ist er Mitglied der Künstlergruppe Gob Squad.

Jorge Volpi, Schriftsteller, Mexico. Studierte Jura und Literaturwissenschaft an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM), Mexiko. Volpi promovierte in Spanischer Philologie an der Universidad de Salamanca, Spanien. Von 1992-94 war er Sekretär des mexikanischen Generalstaatssekretärs Diego Valadés. Seitdem ist er hauptberuflich als freier Schriftsteller tätig. 2001-04 war er Kulturattaché der mexikanischen Botschaft in Paris. Seit 2007 ist er Direktor des TV-Kultursenders der UNAM, Canal 22. Volpi ist Gründungsmitglied von „Crack“, einem literarischen Zirkel von Autoren, das eine Abkehr vom magischen Realismus fordert. Momentan lehrt er Literatur an der Universidad de las Américas (UDLA) in Puebla, Mexiko. Zu seinen literarischen Werken zählen „Das Klingsor-Paradox“ (dt. 2001) und „Der Würgeengel“ (dt. 2002). Für „Das Klingsor-Paradox“ erhielt er den spanischen Literaturpreis Premio Biblioteca Breve, den italienischen Cervantes-Preis und den französischen „Deux-Océans-Grinzane-Cavour-Preis.

Wang Dan, Bürgerrechtler und Lyriker, USA. Studierte Ostasiatische Geschichte und organisierte 1989 die Studentenproteste an der Peking-Universität. Als einer der Wortführer bei den blutig niedergeschlagenen Demonstrationen auf dem Tianan’men-Platz wurde er 1989 verhaftet und wegen „konterrevolutionärer Agitation” zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 1993 wurde er erneut in Polizeigewahrsam genommen und1996 wegen „Verschwörung zum Sturz der Regierung” zu einer elfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Zwei Monate vor dem Staatsbesuch von US-Präsident Bill Clinton schob die chinesische Regierung den von den Haftbedingungen gesundheitlich schwer angeschlagenen Dissidenten im April 1998 in die USA ab, wo er sein Studium wieder aufnahm. Zurzeit ist er Vorsitzender der Chinese Constitutional Reform Association.

Yang Lian, Lyriker, London. Geboren 1955 in Bern als Kind chinesischer Diplomaten wuchs Yang Lian in Peking auf und arbeitete dort ab 1977 als Programmgestalter und Redakteur beim staatlichen Rundfunk.1978-83 unternahm Yang Lian ausgedehnte Reisen auf den Spuren der chinesischen Geschichte. In dieser Zeit entstanden seine ersten lyrischen Werke, darunter das Gedicht „Nuorilang“, das 1983 im Rahmen der Kampagne „gegen geistige Verschmutzung“ von der chinesischen Regierung scharf kritisiert wurde. Nach seinen Protesten gegen das Massaker auf dem Tianan’men Platz 1989 wurde sein Werk in China indiziert, seine Staatsbürgerschaft wurde aberkannt. 1997 nahm Yang Lian an der documenta X teil, 1999 wurde er mit dem Flaiano International Prize for Poetry ausgezeichnet. Deutsch von ihm erschienen sind u.a. „Pilgerfahrten“ (1987), „Geisterreden“ (1995), „Der Ruhepunkt des Meeres“ (1996). Im Herbst 2009 erscheint ein neuer Gedichtband des Lyrikers im Suhrkamp Verlag.