Pressemitteilung vom 26.11.2019

Bildungsschock

Bildungsschock | Das Neue Alphabet

Lernen, Politik und Architektur in den globalen 1960er und 1970er Jahren
Sa 30.11. & So 1.12.2019
Konferenz, auf Englisch

Wann und warum ist ein Schulgebäude politisch? Wo entsteht Wissen? Wie lassen sich Lernorte so gestalten, dass sie sozial wirksam werden? Diesen und verwandten Fragen zu den Schnittstellen von Raum- und Bildungspolitik widmet sich die zweitägige Konferenz Bildungsschock im Vorfeld des gleichnamigen, im September 2020 eröffnenden Ausstellungs- und Forschungsprojekts am HKW und in Berliner Schulen.

In den 1960er und 1970er Jahren expandierte das Thema „Bildung“ im globalen Maßstab. Umfassende Bildungsreformen und architektonische Experimentierfreude ließen weltweit neue Umgebungen des Lernens entstehen. Demografische Entwicklungen spielten dabei ebenso eine Rolle wie der schwierige Übergang von der industriellen zur postindustriellen Gesellschaft, neue Konzepte von Chancengleichheit und sozialer Mobilität und die Systemkonkurrenz des Kalten Krieges.

Mit dem Publikum diskutieren internationale Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen die Raum- und Bildungspolitiken der 1960er und 1970er Jahre, die auch Ressourcen für die notwendige Erneuerung gegenwärtiger Schulen und Hochschulen bergen.

Monika Mattes vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sieht die Gesamtschule in Westdeutschland nicht als gescheitertes schulpolitisches Experiment, sondern als Katalysator für die Entstehung neuen Wissens über Schule. Elke Beyer, Urbanistin und Historikerin an der TU Berlin, untersucht sowjetische Campus-Exporte in den 1960er Jahren. Catherine Burke, Professorin für Bildungsgeschichte in Cambridge, nimmt das Gehen als Form der Wissensproduktion und subversive Praxis in den Blick. Ola Uduku von der Manchester School of Architecture spricht über postkoloniale Schulbauten in Ghana und anderen Ländern Westafrikas.

Konferenz und Ausstellung kuratiert von Tom Holert, mit weiteren Beiträgen von Sabine Bitter, Evan Calder Williams, Filipa César, Dina Dorothea Falbe, Gregor Harbusch, Kooperative für Darstellungspolitik, Oliver Sukrow, Mark Terkessidis, Helmut Weber, Sónia Vaz Borges und Francesco Zuddas

Die Ausstellung Bildungsschock eröffnet im September 2020 in Kooperation mit Bildung in Beton, einem Projekt des Bereichs Kulturelle Bildung am HKW an Berliner Schulen, und dem Arsenal. Institut für Film und Video, das ein Filmprogramm entwickelt.

Tom Holert arbeitet als Kunsthistoriker, Autor, Kurator und Künstler in Berlin. 2015 gründete er mit anderen das Harun Farocki Institut in Berlin. In Zusammenarbeit mit Anselm Franke entstand 2018 die Ausstellung Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930 im HKW. Demnächst erscheint Knowledge beside Itself. Contemporary Art’s Epistemic Politics (Sternberg Press, 2020).

Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung. Im Rahmen von Das Neue Alphabet, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Auswärtige Amt.

Pressekontakt
Anne Maier
Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
+49 30 39787 153/196