Pressemitteilung vom 28.08.2019

Das bleibt!

Das bleibt!

Das bleibt!
Ein Jahr nach dem NSU-Prozess sprechen die Nebenklägerinnen

Gespräche, Installation, Workshops
6.–8.9.2019, Eröffnung: 6.9. 18.30h
Eintritt frei

Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil im sogenannten NSU-Prozess am Oberlandesgericht München gesprochen. Viele Fragen sind noch immer offen. Gespräche mit den Nebenklägerinnen, eine Installation und Workshops stellen das Wissen der Angehörigen der Mordopfer in den Mittelpunkt.

Im Zentrum von Das bleibt! stehen die Ehefrauen, Töchter und Mütter der Mordopfer, die im NSU-Prozess als Anklägerinnen über viele Jahre aktiv versuchten, ihr Wissen und ihre Analysen in den Prozess einzubringen. Doch wurden sie nicht gehört. Diesem Nicht-Hinhören als Symptom einer strukturellen Ignoranz und Empathielosigkeit setzen die Beitragenden einen Raum entgegen, der das Zuhören als solidarisch-politische Handlung ermöglicht.

Was ist vom NSU-Prozess geblieben? Mit welchen Fragen wurden die Angehörigen der Mordopfer zurückgelassen? In Gesprächen kommen Adile und Semiya Şimşek, Elif und Gamze Kubaşık zu Wort: Sie teilen ihre Erlebnisse während des langjährigen Prozesses und ihre Perspektiven auf die ungeklärte Rolle von Verfassungsschützer*innen und rassistische Behandlungsweisen durch Ermittlungsbeamte und formulieren Forderungen für die Zukunft. (Gespräche: 6.9. ab 18.30h, auf Deutsch und Türkisch mit Simultanübersetzung)

Vom Urteil des NSU-Prozesses und dessen Bedeutung über aktuelle Entwicklungen wie NSU 2.0 bis zu rassistischen Übergriffen im öffentlichen Raum und Alltagsrassismen: Vier Workshops für Aktivist*innen, Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildung, Expert*innen aus der politischen und künstlerischen Vermittlung und Jugendliche vertiefen die Inhalte der Gesprächsrunde mit den NSU-Nebenklägerinnen und fragen, was angesichts von Rassismus und den noch immer offenen Fragen aus dem NSU-Komplex zu tun ist. Nach einem gemeinsamen Auftakt mit einer performativen Lesung von Auszügen aus dem dokumentarischen Theaterstück Die NSU-Monologe der Bühne für Menschenrechte, erarbeiten die Workshop-Teilnehmer*innen in Kleingruppen mögliche und notwendige Strategien gegen rassistische Spaltung in der Gesellschaft. (Workshops: 7.9. 11–18h, mit Anmeldung bis 5.9.: dasbleibt@hkw.de)

Während der drei Tage führt eine Installation mit Kurzfilmen und Informationen zu den Taten des NSU die Zuschauer*innen von der Demonstration Kein 10. Opfer in Kassel im Jahr 2006 bis zum Tag der Urteilsverkündung 2018 und zu denen, die bei Das bleibt! zu Wort kommen: Adile und Semiya Şimşek, Elif und Gamze Kubaşık, die Angehörigen der NSU-Mordopfer. (Installation: 6.9. ab 18.30h, 7. & 8.9. 11–19h)

Kuratiert von Aysun Bademsoy (Filmemacherin, Drehbuchautorin) und Ayşe Güleç (Pädagogin, Kunstvermittlerin, aktivistische Forscherin)

Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt.

Pressekontakt:
Anne Maier
Leitung Presse I Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
D-10557 Berlin
tel. +49 (0)30 397 87.153
fax +49 (0)30 3948679
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