Pressemitteilung vom 20.06.2019

Wassermusik: Black Atlantic Revisited

Wassermusik: Black Atlantic Revisited

Konzerte, Filme, Konferenz
Open Air auf der Dachterrasse, bei Schlechtwetter-Prognose in der Ausstellungshalle
5.-27.7.2019
Eröffnung: 5.7.2019, ab 19h
Abendtickets (jeweils 2 Konzerte & Film) :18€/14€ bis 24€/20€
Festivalpass: 100€ / Filmtickets solo: 6€/4€
Konferenz und Kinder bis 10 Jahre: Eintritt frei

Atlantische Klänge von Reggaeton bis Reggae und Música Popular Brasileira bis Afro-Funk bringt Wassermusik dieses Jahr auf „das wohl schönste Dach Berlins“ (Berliner Zeitung, 2017). Mit Milton Nascimento, Angélique Kidjo, Gilberto Gil u.v.a. Das Sommerfestival ist dieses Jahr inspiriert vom „Black Atlantic“, Paul Gilroys kulturhistorischer Analyse afrodiasporischer Kreativität.

1993 etablierte der Kulturwissenschaftler Paul Gilroy den Begriff des „Black Atlantic“ für die kulturellen und politischen Verbindungen, die seit der Verschleppung von Individuen afrikanischer Herkunft über den Ozean entstanden. Musik spielt für diese „Gegenkultur der Moderne“ eine herausragende Rolle. Gilroys Fokus lag auf den nordatlantischen Verbindungen – die Wassermusik 2019 weitet seinen Ansatz mit Konzerten, einer Konferenz und Filmen auf den Südatlantik aus.

Im Konzertprogramm übersetzen Künstler*innen aus Brasilien wie Gilberto Gil und Milton Nascimento, Virgínia Rodrigues und Luedji Luna oder der kolumbianische Champeta-Held Louis Towers die Relevanz von Gilroys Thesen über die nördliche Halbkugel hinaus in Musik. Der Sound von B.C.U.C. aus Südafrika lebt ebenso von energischem Call and Response wie der Gullah-Jazz-Mix der US-amerikanischen Ranky Tanky. Kapverdische Klänge bringen Mario Lucio & Simentera und Miroca Paris, während das transatlantische Musikprojekt Maravillas de Mali und Angélique Kidjo mit ihrer Hommage an Celia Cruz Verbindungslinien zwischen Kuba und dem afrikanischen Kontinent ziehen.

Das Filmprogramm eröffnet mit Alma no olho/Soul in the Eye – einer metaphorischen Suche nach Freiheit vom Joch der Sklaverei. Besouro erzählt die Geschichte eines der berühmtesten Capoeiristas Brasiliens mit Kampfszenen, deren Choreografie die filmische Intensität steigern und die Wirkmacht des subversiven Tanzes gegen die unmenschlichen Strukturen der Sklaverei erfahrbar machen. Weitere Filme dokumentieren u. a. die boomende Tanz- und Musikrichtung Bakosó in Kuba oder den „Karneval des Sieges“ nach Angolas Unabhängigkeit, zeigen Widerstand gegen Versklavung und Unterdrückung oder erzählen vom Erbe afrikanischer Kulturen in der Diaspora.

Die Konferenz Echoes of the South Atlantic (10.&11.7.), eine Veranstaltung des Goethe-Instituts, blickt aus wissenschaftlicher und künstlerischer Perspektive auf heutige trans- und südatlantische Beziehungen. In seiner Keynote nimmt Paul Gilroy seine Theorie auf und prüft ihre heutige Relevanz. Weitere Beitragende sind der Politikwissenschaftler Achille Mbembe, die Kuratorin Gabi Ngcobo, der Ökonom und Autor Felwine Sarr, die Anthropologin und Kuratorin Nanette Snoep u. v. a.

Seit 2008 stellt Wassermusik spannende Mixturen bekannter unbekannter Musikgenres her, bringt Stars und aufstrebende Sterne zusammen und macht immer wieder ungeahnte Wiederbegegnungen möglich. Wassermusik hat mit seinen Ausgaben Ozeane durchquert und Kontinente vermessen: Von „Surf und Tiki“ (2008), „Wüsten“ (2011) , „Der neue Pazifik“ (2013) bis zu „Mother India“ (2015), „Die andere Karibik“(2016) oder „Goodbye UK – and thank you for the music“ (2018).

Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt. Die Konferenz „Echoes of the South Atlantic“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts und Teil des dreijährigen Projekts „Echos des Südatlantiks“ der Goethe-Institute in Südamerika, Afrika und Europa, das sich der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle des Südatlantiks widmet. Sie findet statt im Rahmen des Festivals „Wassermusik“ im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, das 2019 unter dem Thema „Black Atlantic Revisited“ steht.

Pressekontakt
Anne Maier
Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
+49 30 39787 153/196