Pressemitteilung vom 18.06.2019

11. Internationaler Literaturpreis - Die Gewinnerinnen

Internationaler Literaturpreis 2019

Der Internationale Literaturpreis 2019 geht an:
Fernanda Melchor und Angelica Ammar für Saison der Wirbelstürme (Verlag Klaus Wagenbach, 2019)

Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisverleihung: Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr
Keynote von Teju Cole

Die mexikanische Autorin Fernanda Melchor und die Übersetzerin Angelica Ammar werden für den Roman Saison der Wirbelstürme und seine Übersetzung aus dem mexikanischen Spanisch mit dem Internationalen Literaturpreis 2019 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 35.000 Euro dotiert – 20.000 Euro für die Autorin, 15.000 Euro für die Übersetzerin.

Statement der Jury:

„Fernanda Melchor hat den Roman der Armut im Globalkapitalismus des 21. Jahrhunderts geschrieben, den Roman aus Armut geborener Gewalt gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen Schwächere. Den Roman des gnadenlosen Kampfes der Schwächsten gegen noch Schwächere und gegen sich selbst. Den Roman einer Zerstörung, der es egal ist, ob sie zur Selbstzerstörung wird. Weil der Unterschied nicht mehr wichtig ist. „Saison der Wirbelstürme“ ist kein Roman, der sich Kapitalismuskritik auf die Fahnen geschrieben hat. Aber er verdient diesen Preis trotzdem als politischer Roman. Angelica Ammar hat in ihrer Übersetzung einen Wort- und Bedeutungsteppich ausgebreitet, dem wir lesend vertrauen können und dessen Festigkeit nie nachlässt. Die vielen Herausforderungen des Originals hat sie mit großer Eleganz bewältigt, immer in vollem Verständnis des Textes. Ihre Übersetzung ist eine ungeheure Leistung.“

Die Preisverleihung wird eröffnet mit einer Keynote von Teju Cole, der 2013 mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Anschließend werden die diesjährigen Preisträgerinnen von der Jury bekannt gegeben und mit einer Laudatio von Robin Detje gewürdigt. Im Gespräch mit Daniel Medin stellen die Autorin und die Übersetzerin ihr Werk vor und beleuchten dabei auch die realen Ereignisse, die dem Roman zugrunde liegen.

Nach der Preisverleihung sind alle Zuschauer*innen eingeladen, bei Drinks und Musik auf der Dachterrasse mit den Akteur*innen ins Gespräch zu kommen.

Die Autorin
Fernanda Melchor, 1982 im mexikanischen Bundesstaat Veracruz geboren, schreibt Romane und Reportagen (crónicas), für die sie bereits mehrere Preise gewonnen hat. Sie lebt in Puebla und gilt als eine der talentiertesten Autor*innen ihrer Generation. 2013 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Falsa liebre sowie eine Sammlung von crónicas Aquí no es Miami. Ihr zweiter Roman Saison der Wirbelstürme erschien gleichzeitig in mehreren Ländern, u. a. in den USA, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Die Übersetzerin
Angelica Ammar ist in München geboren und aufgewachsen. Nach einem längeren Aufenthalt in Ghana studierte sie Romanistik und Ethnologie in München, Madrid und Paris, wo sie zehn Jahre lebte. 2007 zog sie nach Barcelona. Für ihren Debütroman Tolmedo erhielt sie 2006 den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, 2010 erschien ihr zweiter Roman Die Zeit der grünen Mandeln. Sie übersetzte u. a. Sergio Pitol, Mario Vargas Llosa, Rita Indiana, Gioconda Belli, Eduardo Galeano und Horacio Quiroga aus dem Spanischen.

Die Jury 2019
Robin Detje, Jens Hillje, Tobias Lehmkuhl, Verena Lueken, Daniel Medin, Elisabeth Ruge, Daniela Seel

Alle Veranstaltungen des Internationalen Literaturpreises und allgemeine Informationen finden Sie unter: hkw.de/literaturpreis; Presseanfragen richten Sie bitte an Friederike Jacob unter ; Pressemitteilungen unter hkw.de/presse; Pressebilder unter hkw.de/pressefotos

Der Internationale Literaturpreis wird verliehen vom Haus der Kulturen der Welt mit der Stiftung Elementarteilchen. In Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB), TOLEDO, dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ), der Kurt Wolff Stiftung, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Landesverband Berlin-Brandenburg e.V., der Buchhandlung ocelot, dem Literaturfestival Leukerbad, der Amerika-Gedenkbibliothek, Shared Reading und dem Sonntagsbureau.

Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch das Auswärtige Amt.

Pressekontakt
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Presse Internationaler Literaturpreis
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Leitung Presse Haus der Kulturen der Welt
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