Sa 21.09.: Sperrungen und Verkehrseinschränkungen rund ums HKW. Mehr…

Pressemitteilung vom 26.03.2019

Lebensformen

Lebensformen | Das Neue Alphabet

Kunst, Diskurs, Performance
25.–27.4.2019

Welche Formen nimmt das Leben an? An drei Tagen erproben internationale Künstler_innen und Wissenschaftler_innen kollektive Handlungsmöglichkeiten für die technologisch geprägte Gegenwart. Synthetische Biologie, Climate Engineering und algorithmusbasierte Modelle stellen etablierte Weltbilder sowie die Wertevorstellungen gesellschaftlichen Zusammenlebens in Frage. Die Beschleunigung und Wirkungsmacht von Technologien und ihre Fähigkeit, Leben zu formen, verlangt nach neuen Haltungen und Strategien. Wie kann das Potenzial für Veränderung, das eine von Technologien durchwirkte Welt bietet, genutzt werden?

Technologien bestimmen zunehmend, welche Existenzformen auf der Erde möglich sind. Kaum ein Lebensbereich, der nicht von Technologien durchdrungen ist: Von globalen Standards und Normen, sozialen und kulturellen Codes, logistischen Systemen und Care-Netzwerken, bis hin zu technischen Anwendungen, die die menschlichen Sinne erweitern.

Im zum leeren Raum umgebauten Auditorium experimentiert Lebensformen zwischen Kunst und Diskurs mit der Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Lebensformen. Vorträge, Diskussionen, Performances, visuelle und akustische Formate erzeugen eine sich ständig verändernde Landschaft. Zwei ineinander verwobene Elemente strukturieren das Programm: Die Choreograph_innen Xavier le Roy und Scarlet Yu organisieren mit 20 Performer_innen aus ihrer Arbeit Temporary Title, 2015 den Raum in variierenden Konstellationen und greifen damit Fragen nach individuellen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen auf. Ihre Arbeit hinterfragt Trennlinien zwischen menschlich/nicht-menschlich, Objekt/Subjekt, Transformation/Übergang/Modifikation. In dieser Umgebung erkundet die Wissenschaftshistorikerin Sophia Roosth das Bedeutungsspektrum des Begriffs „Lebensformen“ in Gesprächen mit Luis Campos, Maria Chehonadskih, Hu Fang, Melody Jue und Elizabeth A. Povinelli.

Eingewoben in diese Struktur sind zehn spekulative Fragen, anhand derer Künstler_innen, Praktiker_innen und Theoretiker_innen Möglichkeiten kollektiver Handlungsfähigkeit angesichts gegenwärtiger Lebensbedingungen erproben. In How Long Is an Echo? analysiert der Literaturwissenschaftler Louis Chude-Sokei das Echo der Vergangenheit und ihrer Technologien in gegenwärtigen Lebensweisen. In Who Do We Care For? analysiert die Psychologin Lisa Baraitser die institutionellen und zeitlichen Dimensionen gesellschaftlicher Sorgearbeit.

Mit weiteren Beiträgen von Maya Indira Ganesh, Wesley Goatley, Noël Yeh Martín, Luciana Parisi, Sascha Pohflepp, Kaushik Sunder Rajan, Marina Rosenfeld, Jenna Sutela, Bronislaw Szerszynsnki, Gary Tomlinson, John Tresch

Konzept und Umsetzung: Katrin Klingan, Nick Houde, Janek Müller, Johanna Schindler, Christoph Rosol in Zusammenarbeit mit Bernard Geoghegan

Lebensformen ist die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts Technosphere, das sich seit 2015 mit dem Dilemma der zunehmenden Verflechtung von menschlicher Kultur, natürlichen Umwelten und globalen Technologien befasst. In der Online-Publikation Technosphere Magazine erscheinen projektbegleitend thematische Dossiers, die nunmehr 130 Essays, wissenschaftliche und künstlerische Beiträge versammeln und zu neuen Narrativen über die Technosphäre verdichten. Die Abschlusspublikation Technosphäre erscheint am 17. April 2019 in der HKW-Publikationsreihe Bibliothek 100 Jahre Gegenwart.

Im Rahmen von Das Neue Alphabet (2019–2021), gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Technosphere (2015–19) kooperiert mit der Publikationsplattform continent. im Hinblick auf die experimentelle Veröffentlichung der Projektmaterialien und -ergebnisse.

Pressekontakt:
Anne Maier
Leitung Presse | Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
tel. +49 (0)30 397 87 – 153/196

www.hkw.de