Pressemitteilung vom 18.10.2018

Humanity at Work

Kanon-Fragen

Humanity at Work
von Romana Schmalisch und Robert Schlicht
16.11. – 14.12.2018 und
9. – 13.1.2019
Eröffnung 15.11.2018, 19h
Eintritt frei, Mittwoch-Montag, dienstags geschlossen
Filmmaterial auf Französisch mit englischen Untertiteln
Ausstellungshalle 2
Bitte beachten Sie: Ausstellung ist über den Jahreswechsel vom 15.12.18 bis 8.1.19 geschlossen.

Wie lernt man zu arbeiten? Welche Fähigkeiten sind zu erwerben, um den Anforderungen des Arbeitsmarkts gewachsen zu sein? Anders formuliert: Wie entsteht Humankapital? Mit ihrer Einzelausstellung greifen Romana Schmalisch und Robert Schlicht grundlegende Fragen der gegenwärtigen Arbeitswelt auf.

Vom 16. November an zeigt das Haus der Kulturen der Welt (HKW) Humanity at Work, ein Porträt einer Gesellschaft, die ihren Reichtum in geleisteter Arbeit bemisst.

Im Zentrum steht ein fiktives „Arbeitskraftwerk“, in dem Menschen strategisch geformt, angeleitet und so in potenzielle Arbeitskräfte verwandelt werden. In verschiedenen Darstellungsformen bietet die Ausstellung Einblicke in diese Produktionsstätte für Humankapital: Filmische Beobachtungen dokumentieren Kurse, die „Soft Skills“ wie Kreativitätsstrategien, Selbstpräsentation, Selbstmanagement vermitteln sollen. In Diagrammen werden Produktionsprozesse und die Evaluierung von Arbeitskraft nachvollziehbar. Ein fiktiver historischer Abriss schildert die Erfolgsgeschichte der Institution von der Industrialisierung bis heute, ihre Reaktion auf die Arbeiterbewegung und neue Strömungen in der Unternehmensführung. Der Kurzfilm Top/Down schließlich inszeniert ein Rollenspiel zwischen drei Manager_innen: Während diese über neue Führungsstrategien diskutieren, die durch einen gezielteren Zugriff auf das Begehren und die Subjektivität der Menschen deren Produktivität steigern sollen, kippen die anfangs klar abgezirkelten Machtverhältnisse.

Romana Schmalisch studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Sie war Artist in Residence an zahlreichen Institutionen, u. a. an der Jan Van Eyck Academy in Maastricht, dem Studio Voltaire in London sowie in Les Laboratoires d’Aubervilliers. Robert Schlicht studierte Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gemeinsam arbeiten Schmalisch und Schlicht an der Schnittstelle von Film und Theorie und beschäftigen sich dabei mit der Abbildbarkeit geschichtlicher Prozesse und gesellschaftlicher Strukturen im Film. In Ausstellungen, Performancereihen und Filmen bildet der Themenkomplex Arbeit in kapitalistischen Gesellschaften einen Schwerpunkt. Ihre Recherche führte sie u. a. auch in Arbeitsagenturen und Ausbildungszentren. Zu ihren Arbeiten zählen die Screening- und Performancereihe The Choreography of Labour 2013/14 in Les Laboratoires d’Aubervilliers, das Theaterstück All the best from Labour Power Plant 2017 in La Commune – Centre Dramatique National in Aubervilliers und die Ausstellung Titre de travail 2018 im FRAC Grand Large–Hauts-de-France in Dunkerque. 2019 erscheint ihr abendfüllender Spielfilm Labour Power Plant.

Pressebilder: www.hkw.de/pressefotos oder auf Anfrage: presse@hkw.de

Interviewanfragen und weitere Informationen: presse@hkw.de

Top/Down (2017) wurde produziert von FRAC Grand Large–Hauts-de-France in Zusammenarbeit mit Spectre Productions und unterstützt durch Pictanovo.was produced by FRAC Grand Large–Hauts-de-France in collaboration with Spectre Productions and support from Pictanovo.

Humanity at Work ist Teil von Kanon-Fragen. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch das Auswärtige Amt.