Pressemitteilung vom 26.03.2018

Digitalisierung des Carl-Einstein-Archivs (AdK): Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930, Eröffnung: 12.4.2018, 19h, Haus der Kulturen der Welt

Kanon-Fragen | Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930

Die Digitalisierung des Carl-Einstein-Archivs der Akademie der Künste, Berlin
Zu Ausstellung und Konferenz; Publikation
Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930
13.4.-9.7.2018
Eröffnung: 12.4.2018, 19h
Konferenz: 26.-27.5.2018

Presserundgang: 12.4.2018, 11h Akkreditierung erbeten:

Carl Einstein (1885–1940), Kunsthistoriker, Kulturkritiker, Dichter und Antifaschist, ist Ausgangspunkt und Anker der Ausstellung Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930. Das in der Akademie der Künste verwahrte Carl-Einstein-Archiv wurde bisher nur von einem kleinen Kreis von Forscher_innen erschlossen. Nun macht die Digitalisierung und Onlineveröffentlichung Einsteins Schriften zum ersten Mal einer breiteren interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Ab 12.4.: adk.de/einstein

Zwischen Berlin und Paris entfaltete der eigensinnige Intellektuelle – bis zu seinem Selbstmord auf der Flucht vor den Deutschen – eine radikale, bis heute irritierende Produktivität. Die von Einsteins Texten ausgehende Unruhe ist symptomatisch für die Vielfalt der Krisen, in deren Zeichen die Welt in den 1920er bis 1940er Jahren stand. Insbesondere seine in den späten 1920er und 1930er Jahren entstandenen, veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften stehen für eine radikale Umfunktionierung von Kunstgeschichte in eine psychohistorisch-materialistische Kulturgeschichte, die den interdisziplinären Öffnungen seiner Zeit zugleich geschuldet und diesen voraus war.

Dazu die Akademie der Künste: „Carl Einstein verstand sich nicht als Kunstwissenschaftler, sondern er war Partei in den Auseinandersetzungen um die Kunst von heute und morgen. Die Kriterien zur Beurteilung, wie zeitgemäße Kunst beschaffen sein muss, bezog er aus der Analyse der französischen Avantgarde und der afrikanischen Plastik. Seine im Vergleich gefällten Urteile waren aufgrund ihrer schneidenden Schärfe unter den deutschen Künstlern gefürchtet. Von Hause aus Schriftsteller, liebte Einstein die aphoristische Zuspitzung. Sein Archiv ist voller solcher Notate, die erst Werk werden wollten. Durch die Digitalisierung und die anschließende Open-Access-Publikation des gesamten Nachlasses in der Datenbank des Archivs der Akademie der Künste kann künftig jedermann weltweit sehen, dass noch der kleinste Zettel aus Einsteins Hand mehr Anregung und Provokation enthält, als viele dickleibige Kunstgeschichten zusammen.“

Im Rahmen der Ausstellung „Neolithische Kindheit“, Teil des Langzeitprojekts „Kanon-Fragen“, war es dem Haus der Kulturen der Welt und den Kuratoren ein besonderes Anliegen, dieses wichtige Vorhaben der Akademie der Künste zu initiieren und zu unterstützen.

Kuratiert von Anselm Franke und Tom Holert; mit wissenschaftlicher Beratung durch Irene Albers, Susanne Leeb, Jenny Nachtigall, Kerstin Stakemeier.

Im Rahmen von Kanon-Fragen, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Unterstützt von der Akademie der Künste, Berlin. Digitalisierung des Carl-Einstein-Archives realisiert mit Mitteln des Hauses der Kulturen der Welt im Rahmen von Kanon-Fragen. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Auswärtigen Amt.

Pressekontakt:
Anne Maier
Leitung Presse | Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
tel. +49 (0)30 397 87 – 153/196

www.hkw.de