Internationaler Programmbeirat

2018

Ein hochrangig besetzter, internationaler Programmbeirat berät das Haus der Kulturen der Welt in der Entwicklung seiner Themen. Wichtige Impulse gewinnt das Haus auch aus seiner Netzwerkarbeit, die es mit kulturellen Einrichtungen aus der ganzen Welt verbindet.

James Clifford | Foto: privat

James Clifford | Foto: privat

James Clifford (Santa Cruz CA / USA)
Professor der Geisteswissenschaften und emeritierter Professor des History of Consciousness Department an der University of California, Santa Cruz
Nach seiner Promotion auf dem Gebiet der Europäischen Geistes- und Sozialgeschichte an der Harvard University (1977) ging James Clifford an das History of Consciousness Department der University of California. Als Gastprofessor lehrte er u.a. an der Yale University, der École des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris, am University College in London, der Freien Universität Berlin und der Stanford University. Clifford ist ein Kritiker europäischer Denksysteme, insbesondere der Konzepte von „Kultur“, „Mensch“, das „Primitive“ und das „Exotische“. In seiner Forschung und Lehre hat er Perspektiven aus der Geschichte, literarische Analysen, Anthropologie und Kulturwissenschaften verbunden, und ebenso zeitgenössische Poesie und Museumskunde mit einbezogen. Mit Büchern wie Writing Culture: The Poetics and Politics of Ethnography (1986) und The Predicament of Culture: Twentieth-Century Ethnography, Literature, and Art (1988) spielte er eine zentrale Rolle in den Debatten, durch die in den 1980er Jahren die Forschungsmethoden und die akademischen Ansätze der Anthropologie fundamental verändert wurden. Clifford hat weiterhin zahlreiche einflussreiche Werke veröffentlicht, die sich mit Indigenität, Globalisierung, Museumskunde, Literaturwissenschaften und Visual Studies auseinandersetzen. Er ist Gründer des renommierten Center for Cultural Studies der University of California, Santa Cruz und seit 2011 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Prof. Dr. David Theo Goldberg | Foto: Jens Liebchen

Prof. Dr. David Theo Goldberg | Foto: Jens Liebchen

Prof. Dr. David Theo Goldberg (Irvine CA / USA)
Direktor und Professor am Humanities Research Institute der University of California, geschäftsführender Direktor des Digital Media and Learning Research Hub
David Theo Goldberg, geboren in Südafrika, studierte Philosophie und Ökonomie in Kapstadt und New York, und hat an einer Reihe von Universitäten gelehrt, bevor er im Jahr 2000 Direktor des University of California Humanities Research Institute wurde. Goldbergs umfangreiche Forschungen umfassen Fragen rund um politische Theorie, Recht und Gesellschaft sowie kritische Rassentheorie und Rassismus, Cultural Studies, Gender Studies und Ethnic Studies. Zu diesen Themen hat Goldberg zahlreiche Publikationen vorgelegt.

Ranjit Hoskoté | Foto: Jens Liebchen

Ranjit Hoskoté | Foto: Jens Liebchen

Ranjit Hoskoté (Bombay / Indien)
Autor, Kulturtheoretiker, Kurator, Generalsekretär des PEN All-India Centre
Ranjit Hoskoté ist Dichter, Kulturtheoretiker und Kurator. Er hat rund 30 Bücher veröffentlicht, darunter Gedichtsammlungen, Bände zur Kunstkritik, Übersetzungen und kulturgeschichtliche Studien. Seine Texte über Kunst, Architektur, Literatur und Kulturpolitik werden in internationalen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Zu seinen zentralen Interessen gehören die Geschichte des transkulturellen Austauschs und die Möglichkeiten eines kritischen Kosmopolitismus. Hoskoté hat die 7. Biennale von Gwangju kokuratiert (2008), und war Kurator des ersten Pavillons von Indien bei der Biennale von Venedig (2011).

Hassan Khan | © Sebastian Bolesch / HKW

Hassan Khan | © Sebastian Bolesch / HKW

Hassan Khan (Kairo / Ägypten)
Künstler, Musiker, Autor
Hassan Khan arbeitet mit Bild, Ton, Text und Raum, er produziert audiovisuelle Medien, Videos, Installationen und Performances. Zu seinen letzten Ausstellungen gehören Museum of Rhythm am Muzeum Sztuki in Lodz, 2017; The Portrait is an Address am Beirut Art Center, 2016; The Slapper and the Cap of Invisibility bei der Montreal Biennial, 2016; Flow My Tears, The Policeman Said am Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, 2015; The Flying Saucer bei der Sharjah Bienniale, 2015; Kodak Passageway, D-CAF, Kairo 2014 und The Unrest of Forms in der Wiener Secession, 2013. Hassan Khan war bei SALT in Istanbul (2012); der Documenta 13 in Kassel 2012, zeigte Intense Proximity bei der Paris Triennial, 2012 und The Ungovernables zur New Museum Triennial in New York, ebenfalls 2012. Khan tritt regelmäßig mit eigenen Kompositionen auf, unter anderem im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, 2016; in Sursock Gardens, Beirut, 2016; in der Whitechapel Gallery, London, 2015; beim SVNMASH Music Festival, Mailand, 2015; im Portikus, Frankfurt, 2015; beim Toulouse International Art Festival, 2014; beim Maerz Musik Festival, Berlin, 2013 und 2017 sowie bei Ghetto, Istanbul, 2013. Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören "Twelve Clues" (2016), "The Agreement“ (2011) und "Nine Lessons Learned from Sherif El Azma“ (2009). Khan lebt und arbeitet in Kairo.

Sunjung Kim | Foto: Jens Liebchen

Sunjung Kim | Foto: Jens Liebchen

Sunjung Kim (Seoul / Südkorea)
Sunjung Kim ist Direktorin des Art Sonje Center, Seoul, und Kuratorin des REAL DMZ PROJECT, bei dem Themen rund um die Teilung Koreas aufgegriffen werden. Zwischen 1993 und 2004 war Kim Chefkuratorin des Art Sonje Center, und im Jahr 2005 Beauftragte für den koreanischen Pavillon bei der 51. Biennale von Venedig. Sie war künstlerische Leiterin von Media City Seoul (2010), künstlerische Kodirektorin der Gwangju Biennale (2012) und künstlerische Direktorin des ACC Research & Archive im Asian Culture Center Gwangju (2014-2015).

Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer | © Sebastian Bolesch / HKW

Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer | © Sebastian Bolesch / HKW

Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer (Berlin / Deutschland)
Kulturtheoretiker, Moderator, Vorsitzender des Medienrats der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB), Mitglied des Aufsichtsrats der KBB GmbH seit 2007. Hansjürgen Rosenbauer studierte Politikwissenschaften, Soziologie und Germanistik in Frankfurt/Main und New York. Er arbeitete als Journalist und Moderator für verschiedene Rundfunk- und TV-Sender, u.a. als Leiter der Auslandsredaktion und des Programmbereichs Kultur, Wissenschaft, Bildung beim WDR. Von der Gründung im Jahre 1991 bis zur Fusion mit dem Sender Freies Berlin im Mai 2003 war er Intendant des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg. Er war Präsident von INPUT (International Public Televison Conference) und Professor an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

Taiye Selasi | © Nancy Crampton

Taiye Selasi | © Nancy Crampton

Taiye Selasi (New York / Berlin)
Taiye Selasi studierte Amerikanistik an der Yale University und Internationale Beziehungen in Oxford. 2005 veröffentlichte sie den einflussreichen Essay Bye-Bye, Babar (Or: What is an Afropolitan?), der eine neue politische Bewegung unter transnational lebenden Afrikaner*innen initiierte. Selasis 2013 veröffentlichter Debütroman Diese Dinge geschehen nicht einfach so (Im Original: Ghana Must Go) stand auf der Bestsellerliste der New York Times. Das Wall Street Journal und The Economist wählten ihn zu einem der 10 besten Bücher des Jahres 2013. Im gleichen Jahr wurde Selasi in die von Granta alle zehn Jahre zusammengestellte Liste der besten jungen britischen Autor*innen aufgenommen. Selasis TED Talk Don’t Ask Where I’m From; Ask Where I’m a Local, der von 2015 bis heute mehr als zwei Millionen Zuschauer*innen erreicht hat, stellt die Frage, wie eine globale Gesellschaft das Konzept persönlicher Identität neu definieren kann.

Mustafa Shabbir | Foto: Jens Liebchen

Mustafa Shabbir | Foto: Jens Liebchen

Mustafa Hussain Shabbir (Singapur)
Kurator, Kunstkritiker
Mustafa Shabbir ist Chefkurator an der National Gallery in Singapur. Derzeit leitet er das Kuratorenteam, das Between Declarations and Dreams: Art of Southeast Asia Since the 19th Century entwickelt, eine langfristig angelegte Ausstellung über die Kunst der Region vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. 2015 kuratierte er den Pavillon von Singapur bei der 56. Venedig Biennale, wo er die Ausstellung Sea State des Künstlers Charles Lim zeigte. Zuvor war Shabbir von 2007 – 2013 Kurator am Museum der National University of Singapore (NUS Museum). 2013 kuratierte er In Search of Raffles’ Light - An Art Project With Charles Lim, eine dreijähriges Projekt mit dem Künstler, das den verborgenen, alltäglichen, widersprüchlichen Verbindungen zwischen Singapur und dem Meer nachging. Mustafa Shabbirs Interesse gilt Fragen der kulturellen Identität und Konzepten der Moderne in Südostasien. In seinen Texten befasst er sich häufig mit methodologischen Überlegungen zur kuratorischen Praxis in Singapur.