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Wisdom Techniques | Potentialität und partielles Wissen. Eine Übung

Technosphärenwissen
Do, 14. April 2016 — Sa, 16. April 2016

von Jeremy Bolen and Andrew Yang

Sich einen Reim darauf zu machen, wo, was und wie wir in der Technosphäre sind, entzieht sich jedem einfachen Verständnis. Der Geowissenschaftler Peter Haff verleiht einer allgemeinen Sorge Ausdruck, wenn er behauptet, dass unsere habituelle Aufmerksamkeit für unmittelbare Erfahrungen das Risiko birgt, uns von den oft diffusen und unzugänglichen Metakomplexitäten der anthropozänen Verhältnisse abzulenken. Unsere auf Menschengröße geeichten Wahrnehmungen verzerren die Wahrnehmung des Ganzen. Die Frage nach einer neuen Ästhetik innerhalb der Technosphäre ist demzufolge, wie Menschen als „subordinierte Teile“ teilnehmen, teilhaben und ihre partielle praktische Erfahrung nutzen können, um eine Perspektive auf das systemische Ganze zu gewinnen, das das Anthropozän konstituiert und antreibt. Wie könnten kleinteilige körperliche Praktiken dabei helfen, unser kollektives Bewusstsein einzustimmen, indem sie die Reichweite unserer (physischen) Sinne wie auch unserer (begriffliche) Sensibilität vergrößern? Wir schlagen eine kleine Übung vor, eine Miniatur-Anthropotechnik, die eine Alternative zu den Abstraktionen von riesenhaft Größe und Ausmaß darstellt, durch die das Anthropozän so häufig wahrgenommen wird.

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