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Lesung mit NoViolet Bulawayo & Miriam Mandelkow

Internationaler Literaturpreis 2015 | Lange Nacht der Shortlist & Preisverleihung 2015
Mi 8.7.2015

NoViolet Bulawayo: Wir brauchen neue Namen
Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow | We Need New Names
Suhrkamp Verlag 2014 | Little, Brown and Company, New York 2013

„NoViolet Bulawayos Debütroman erzählt vom Coming of Age unter Migrationsbedingungen. Armut, Gewalt und Vernachlässigung sind selbstverständlich angenommene Grundkonstanten einer Slum-Kindheit in Simbabwe. Erfüllt von Leben ist nur der eigene Kosmos, geschaffen aus Freundschaft und grellbunter Kinderphantasie, und diesen verliert die jugendliche Protagonistin nach ihrer Auswanderung in die USA: Sprachlose Heimatsehnsucht und Fremdheit werden Teil ihrer neuen Identität, passagenweise kommentiert von einer fast lyrischen, immanenten Erzählerstimme. Die kreative kindliche Rollenprosa, die den sprachlichen Grundton des szenischen Romans bestimmt, funkelt auch in der deutschen Übersetzung von Miriam Mandelkow schmerzvoll und schön zugleich.“ (Jurykommentar zur Shortlist-Nominierung 2015)

„Paradise“ heißt die Blechhüttensiedlung einer ungenannten Stadt in Simbabwe, in der die zehnjährige Darling aufwächst. Was für andere ein Scherbenhaufen ist, ist für Darling trotzdem ein Zuhause: Kein Vater, keine Schule, ein Ort des Hungers, der Krankheiten, der Bedrohung durch Bulldozer und Gewalt. Darling und die Kinderbande streifen in Reichenviertel, klauen Guaven, erfinden Länderspiele und lassen sich Spielzeug von Entwicklungshelfern schenken – ein unwirtliches Kinder-Paradies. Als Darling als Dreizehnjährige zu ihrer Tante nach Detroit zieht, entpuppt sich auch der Sehnsuchtsort Amerika nicht als das gelobte Land. Darling macht sich zur Amerikanerin, guckt mit ihren Schulkameradinnen nachmittags im Keller Pornos, lernt Schnee und Kälte kennen und vermisst den afrikanischen Himmel und die Guaven. Der Debütroman von NoViolet Bulawayo schickt ein Mädchen aus einem afrikanischen Slum ins kalte Detroit. Die Autorin aus Simbabwe erzählt unsentimental von harten Realitäten, großen Träumen und komplizierten Identitäten.
Internationaler Literaturpreis 2015