Do, 18. Mai 2017

Anthropocene Lecture: McKenzie Wark

Arkady Astapovich, ohne Titel, 1920er Jahre

Arkady Astapovich, ohne Titel, 1920er Jahre

Wie lässt sich das Anthropozän, das Zeitalter, in dem der Mensch zur bestimmenden Größe der Erdgeschicke geworden ist, radikal neu fassen? Im Rahmen der Anthropocene Lectures stellt McKenzie Wark seine kritische Theorie des Verhältnisses von Arbeit und Natur vor.

„Das Anthropozän läuft mit Kohlenstoff. In ihm findet keine Umverteilung von Wohlstand, Macht oder Anerkennung statt, sondern von Molekülen.“ In seinem aktuell auf Deutsch erschienenen Buch Molekulares Rot. Theorie für das Anthropozän ruft der Medientheoretiker McKenzie Wark dazu auf, „im molekularen Schatten der Kohlenstoffbefreiungsfront nicht nur irgendeine neue Philosophie zu erschaffen, sondern eine neue Poetik und Technik zur Wissensorganisation.“ Im Rückgriff auf die Zukunftsentwürfe von Denker*innen wie Alexander Bogdanov, Andrej Platonow, Donna Haraway und Kim Stanley Robinson schlägt er einen alternativen Realismus vor, in dem es gilt, das Wesen des tätigen Menschen neu zu denken. Im Gespräch mit der Wissenschaftshistorikerin Giulia Rispoli diskutiert er, wie sich die Organisation von Wissen und Arbeit umgestalten ließe, ohne unsere eigenen Lebensgrundlagen aufs Spiel zu setzen.

Die Anthropocene Lectures laden profilierte Akteur*innen der Anthropozändebatte dazu ein, das Konzept neu zu akzentuieren und weiterzudenken.

Die Reihe Anthropocene Lectures entsteht in Kooperation mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.