No! Music


Do, 09. November 2017 — So, 12. November 2017

Wenn es keine Lücken mehr im System gibt, ist der letzte Ausweg die Negation. Die Strukturen des Kapitalismus greifen überall; alternative Entwürfe, ein Aussteigen scheinen nicht mehr möglich. Selbst kritische Geister haben das längst trotz eines gewissen Unwohlseins akzeptiert. Auch in der Musik bestimmt der Markt die Regeln: Bands und Künstler*innen nutzen Marken-Gadgets, Amazon-Vertrieb, Facebook, Streaming-Dienste, die Cloud oder ähnliche Services. Manche überkleben bei Bühnenauftritten das Logo ihres Laptops – eine letzte Reminiszenz an die widerständige Haltung in der Musik? Alles nur noch hohle Pose?

Die Thementage No! Music machen sich auf die Suche nach den Verweigerer*innen und den Möglichkeiten des Widerspruchs in der Musik: Künstler*innen, die quer zur Musikindustrie, zu den Erwartungen des Musikmarkts arbeiten, gegen einengende Hör- und Auftrittsgewohnheiten. Musiker*innen, deren Arbeiten das Unwohlsein angesichts von Vermarktungsmechanismen verhandeln, die nicht mitspielen wollen oder die angesichts allgegenwärtiger auditiver Reizüberflutung gar mit dem radikalsten Bruch, der Negation des Klangs selbst experimentieren. Und sie thematisieren die Klänge, die nicht gehört werden dürfen – zensierte und verbotene Musik.

HKW-Kurator Detlef Diederichsen untersucht die Betriebssysteme der Musik und der Musikwirtschaft der vergangenen 100 Jahre und folgt Leitmotiven der Popgeschichte aus unerwarteten Perspektiven. Für No! Music arbeitet er mit Martin Hossbach zusammen, Autor, Labelbetreiber und Musikkurator, u. a. des Berliner Festivals Pop-Kultur.

Im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart

Thementage
Konzerte, Performances, Filme, Talks

9.-12. November 2017