Beitragende

Arren Bar-Even promovierte am Weizmann Institute of Science in Rehovot am Department of Plant Science. In seiner Forschung beschäftigt er sich u.a. mit Themen aus der Biochemie, Zellstoffwechsel, System- und Computer-Biologie. Als der Leiter der Arbeitsgruppe Systemischer und Synthetischer Stoffwechsel am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam forscht Bar-Even an synthetischen Alternativen zum zentralen Stoffwechsel, um neue Wege für die Versorgung des Menschen mit Energie und anderen wichtigen Stoffen zu finden.

Pablo Alarcón arbeitet als Ausstatter, Kostüm- und Bühnenbildner für freie Theaterproduktionen und Filme. Neben Arbeiten für Farhad Payar und Yumiko Yoshioka, das Kleist-Theater Frankfurt (Oder) sowie Theater Salpuri in Berlin, ist er kontinuierlich für das Theater Thikwa in Berlin tätig und entwarf dort zahlreiche Kostümbilder. Darüber hinaus wirkte er in Salzburg als Kostümgestalter und Kostümassistent bei den Festspielproduktionen Les Boreades, Don Giovanni und Macbeth, sowie in vielen Produktionen der Freien Szene (Theater ecce, Salzburg, Theater bodi end sole, Hallein u.a.) mit. Seit 2012 ist er Art Director beim Stelzen-Theater Dulce Compania, Berlin.

Die Künstlerin, Aktivistin und Dozentin Morehshin Allahyari begeistert mit ihren Projekten und der aktuellen Arbeit Material Speculation: ISIS (2015-16) aus 3D-gedruckten skulpturalen Rekonstruktionen von vom IS zerstörten Artefakten weltweit Kuratoren und Medien. 2016 wurde sie mit dem Leading Global Thinkers Award der Zeitschrift Foreign Policy ausgezeichnet. Allahyaris Werke sind im Queens Museum, in der Tate Modern, bei der Architekturbiennale von Venedig und im Centre Pompidou zu sehen.

Marie-Luise Angerer ist seit 2015 Inhaberin des Lehrstuhls für Medientheorie und Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam. Von 2000 bis 2015 war sie Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/ Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln. Als Gastdozentin lehrte sie in San Diego, Santa Cruz, Ottawa, Sydney, Berlin, Bochum, Budapest, Ljubljana und Zürich. Sie publizierte umfänglich zu den Themen Körper und Konstruktion von Geschlechteridentität in Kommunikation und Medien sowie zu neuen Diskursen im posthumanen Leben und Zukunftsvisionen. Derzeit arbeitet Angerer zum Neuen Materialismus, zu Medientechnologien, Affekt, Wissensformen und Ästhetikproduktion. Ihr aktuelles Buch erschien 2017 unter dem Titel Affektökologie. Intensive Milieus und zufällige Begegnungen.

Elie Ayache machte nach seinem Ingenieursstudium an der École Polytechnique de Paris von 1987 bis 1990 als Option Market Maker bei Marché à Terme International de France (MATIF) Karriere, von wo ihn sein Weg für die Jahre 1990 bis 1995 zu London International Financial Futures and Options Exchange (LIFFE) führte. Anschließend widmete er sich im DEA-Studiengang an der Sorbonne der Philosophie der Wahrscheinlichkeit und der Technologie der Kalkulation von Derivaten. 1999 gründete er das Finanzsoftwarehaus ITO 33, heute eine der führenden Spezialagenturen für die Preisbildung von Wandelanleihen, Equity-to-Credit-Problemlösungen sowie für die Kalibrierung und Rekalibrierung von Volatility Surfaces. Ayache publiziert umfänglich zur Philosophie der Eventualforderungen. Er schrieb The Blank Swan: The End of Probability (2010) und The Medium of Contingency: An Inverse View of the Market (2015).

Priya Basils literarische Arbeit beschäftigt sich mit den Problemen kultureller Identität von Immigrant*innen und stellt zugleich Fragen nach Erinnerung, Exil und Selbst-Wiederfindung. Ihr Debütroman Ishq and mushq (2007) wurde für den Commonwealth Writers’ Prize und den International IMPAC Dublin Literary Award nominiert. Weitere Titel sind Strangers on the 16:02 (2011) und The Obscure Logic of the Heart (2010). 2010 gründete Priya Basil Authors for Peace, eine Plattform, die sich mit den Mitteln der Literatur für den Frieden einsetzt.

Anil Bawa-Cavia ist Informatiker und kommt aus der Machine Learning-Szene. Er leitet das Speculative-Software-Studio STD-IO und befasst sich mit Algorithmen, Protokollen, Kodierungen und anderen Software-Artefakten. Bawa-Cavia ist Gründungsmitglied des Klangkunst- und Galeriekollektivs Call & Response in London und gehört dem New Centre for Research & Practice an.

Josh Berson ist Anthropologe, Romanautor und Sound-Künstler. Bereits mit seinem ersten Buch Computable Bodies gewann er 2016 den PROSE Award in Language and Linguistics. 2018 erscheint sein neues Werk Meat: From Human Origins to the Crisis of Capitalism. Seit 2013 ist Berson Gastforscher am Max-Planck-Institut für Kognition und Neurowissenschaft in Leipzig. Von 2014 bis 2016 leitete er die Sektion Remote Sensing of Mood des vom Wellcome finanzierten Forschungsprojekts Hubbub. Berson wirkt regelmäßig als Berater für die Entwicklung skalierbarer Plattformen für Echtzeit-Remote-Sensing subjektiver Gefühlszustände. Seine aktuelle Forschung setzt sich aus deep time-Perspektive mit der Frage auseinander, was ein Mensch oder eine Gemeinschaft wirklich zum Überleben und Gedeihen braucht.

Benjamin Bratton verbindet in seiner Arbeit Philosophie, Kunst, Design und Informatik. Er ist Professor für Bildende Kunst und Leiter des Center for Design and Geopolitics an der University of California, San Diego, sowie Programmdirektor des Moskauer Strelka Instituts für Medien, Architektur und Gestaltung. Bratton lehrt Digital Design an der European Graduate School in Saas-Fee und Gastdozent am Southern California Institute of Architecture. In seiner jüngsten Monografie The Stack: On Software and Sovereignty (2016) skizziert er eine neue Theorie für das Zeitalter der globalen Informatik und algorithmischen Steuerung.

Seth Bullock und promovierte über evolutionäre Simulationsmodelle an der School of Cognitive and Computing Sciences der Sussex University. Anschließend war er zwei Jahre am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung tätig. Dort arbeitete er an Simulationen des adaptiven Entscheidungsverhaltens bei Menschen und anderen Lebewesen. 1999 trat er ein fünfjähriges Research Fellowship an der University of Leeds an, wo er die Forschungsgruppe Biosysteme gründete. Ab 2009 leitete er das Institute for Complex Systems Simulation (ICSS) in Southampton. 2011 wurde er Professor für Informatik, seit 2015 ist er Inhaber des Toshiba Chair in Data Science and Simulation am Department of Computer Science der Universität Bristol.

Yoneda Lemma (alias You Need a Lemon und manchmal Yoni Dilemma) ist ein quasi-kausales Geistesprodukt für abstrakte Erkundungen und experimentelle Forschung. Entwickelt wurde die Produktionsplattform von der Archäologin, Komponistin, Produzentin und feministischen Theoretikerin Katrina Burch. Yonedas komplexe Harmonieebenen dringen tief in den Klang ein und verschieben akustische Elemente von Fiktion zu Fiktion. Wenn sie keine Musik macht oder schreibt, ist Burch bei Ausgrabungen in der Jequetepeque-Wüste Perus oder widmet sich ethnoarchäologischer Forschung in Südostasien. Ihre künstlerischen Projekte wurden u.a. bei V4ULT, Berlin; Le Cube, Paris und im Tate Britain, London, gezeigt. Ihre Texte erscheinen bei The Passive Collective, MIT Press und Merve. Katrina Burch ist Mitwirkende der Kollektive Laboria Cuboniks, d-n-e, LATRINE, INFRA und Asounder.

Nicolas Buzzi spielt seit seinem 10. Lebensjahr Schlagzeug, seit dem 13. Lebensjahr Synthesizer. Seit 2007 arbeitet er als Musiker und Tontechniker für Konzerte, Theater und Performances, am intensivsten in den Feldern elektronischer und elektroakustischer Livemusik, Improvisation und Klangkunst.

Der Biologe und Wissenschaftshistoriker Luis Campos hat den Baruch S. Blumberg NASA/Library of Congress Lehrstuhl für Astrobiologie inne und ist Associate Chair an der Historischen Fakultät der University of New Mexico. In seine Forschungsprojekte fließen archivarische Fundstücke ebenso ein wie moderne Feldforschung an der Schnittstelle von Biologie und Gesellschaft. Campos publiziert umfassend zur Geschichte der Genetik und synthetischer Biologie. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Radium and the Secret of Life (University of Chicago Press, 2015) und Making Mutations: Objects, Practices, Contexts (Berlin, MPIWG, 2010). Als Sekretär wirkt Luis Campos für die History of Science Society, die „weltgrößte Gesellschaft für die Erforschung von Wissenschaft, Technologie, Medizin und ihre sozialen Interaktionen im historischen Kontext“.

continent. ist ein para-akademisches, experimentelles Publishing-Kollektiv; eine kontinuierliche Bestrebung, Öffentlichkeit(en) dynamisch neu zu denken, Begegnungen zu ermöglichen und offen zugängliche Online- und Offline-Sammlungen von Texten, Tönen, Bildern und Medien zu erarbeiten.

Anna Echterhölter ist Gastdozentin für Technologiegeschichte an der TU Berlin. Zuvor lehrte sie am Institut für Kulturgeschichte und Kulturtheorie der Humboldt-Universität zu Berlin, war Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (2008,2015) und am German Historical Institute in Washington, DC (2016). In ihrem demnächst erscheinenden zweiten Buch thematisiert sie die Geschichte ökonomischer Praktiken unter den Aspekten Messung und Metrologie. Echterhölter ist Gründungsmitglied der Zeitschrift ilinx. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Standardisierung und Kolonialismus, die Geschichte der Quantifizierung, Rationierung und Planung, Subsistenzmedien und die Zukunft der Bürokratie.

Elena Esposito ist Professorin für Soziologie an der Universität Bielefeld und der Universität von Modena-Reggio Emilia. Sie publiziert umfänglich zu den Themen Soziale Systeme, Medientheorie, Geschichtswissenschaft und Soziologie der Finanzmärkte. Ihre aktuelle Forschung konzentriert sich auf die Soziologie der Algorithmen. Zu ihren jüngeren Veröffentlichungen zählen The Future of Futures. The Time of Money in Financing and Society (2011); Artificial Communication? The Production of Contingency by Algorithms in: Zeitschrift für Soziologie, 2017(46); Algorithmic memory and the right to be forgotten on the web in: Big Data & Society, 2017 sowie The structures of uncertainty. Performativity and unpredictability in economic operations in: Economy & Society, 2013(42).

Thomas Feuerstein lebt in Wien. Sein künstlerisches Werk weist eine Vielzahl von Referenzen auf. So bezieht er sich in seinen Arbeiten auf Kunst- und Kulturgeschichte, Philosophie, Literatur, Naturwissenschaft, Wirtschaftstheorie und Ökonomie ebenso wie auf neue Medien- und Netzwerktheorien, aktuelle wissenschaftliche Debatten, Glaubenssysteme und auch Science Fiction. Feuersteins Kunst verbindet Ideen der griechischen Antike mit der technisierten Welt von heute, ohne dabei kontroverse gesellschaftspolitische Fragen aus dem Blick zu lassen. Seine Arbeiten waren zuletzt in der Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Frankfurter Kunstverein, Kunstverein Heilbronn, Chronus Art Center, Shanghai und 401contemporary, Berlin zu sehen.

Die Mitgründerin des Plattenladens OOR Records, Künstlerin, Klangforscherin, Grafikdesignerin, Verlegerin und DJ Anna Frei alias Fred Hystère lebt und arbeitet in Zürich. Sie* organisiert experimentelle Audioformate, Konzerte und Clubnächte, gehört mehreren Künstlerkooperativen an und schreibt Konzepte für Publikationen und Editionen. Als DJ Fred Hystère entwickelt sie* vielschichtige, emanzipatorische Narrative in experimentellen DJ Mixes und realisiert koproduktive Performances und Audio-Projekte. Seit 2014 ist sie Partnerin und Ko_Kuratorin bei OOR Records/OOR Saloon in Zürich.

Der Autor und Programmierer Alexander R. Galloway arbeitet zu Themen der Philosophie, Technologie und Vermittlungstheorie. Er publizierte The Interface Effect (Polity, 2012) sowie andere Bücher über digitale Medien und kritische Theorie. Als Kooperationsprojekt mit Eugene Thacker und McKenzie Wark erschien Excommunication: Three Inquiries in Media and Mediation 2013 bei University of Chicago Press. Zusammen mit Jason E. Smith übersetzte Galloway das Tiqqun-Buch Introduction to Civil War (Semiotext[e], 2010). Zehn Jahre lang arbeitete er für die Radical Software Group RSG an Carnivore, Kriegspiel und weiteren Software-Projekten. Zuletzt widmete sich Alexander R. Galloway der im Oktober 2014 herausgegebenen Monographie Laruelle: Against the Digital über das Werk François Laruelles.

Johnny Golding, Philosophin und Poetin, machte sich mit ihren philosophischen Inszenierungen, Installationen und Klanglandschaften international einen Namen. In ihrer Forschung befasst sie sich mit den vernetzten Dimensionen der radikalen Materie, Kunst sowie mit Philosophie und Wilder Wissenschaft im Kontext der elektronischen und digitalen Poetik, der Logik der Sinne, Metamathematik und moderner Physik. Golding ist Research Professor of Philosophy and Fine Art am Royal College of Art in London. In der Vergangenheit leitete sie das Centre for Fine Art Research (CFAR) der Birmingham School of Art (2012-2016), war Professorin für die Philosophie der Bildenden Künste und Kommunikationstechnologie sowie Direktorin des Institute for the Converging Arts and Sciences (ICAS) in London (2003-2012). Aktuell arbeitet Golding an der Fertigstellung ihrer jüngsten Monografie Radical Matter: Wild Science, Philosophy and the Courage of Art.

Oscar Guardiola-Rivera ist Stellvertretender Dekan der School of Law und Mitglied des Vorstands des Birkbeck Institute for the Humanities am Birkbeck College der University of London. Er ist Fellow der Royal Society for the Advancement of the Arts (RSA), Verfasser des prämierten Bandes What If Latin America Ruled the World? (2010) und Autor der kürzlich erschienen Story of Death Foretold (2014). Guardiola-Rivera schreibt Kolumnen für El Espectador (Kolumbien) und arbeitet regelmäßig für das BBC World Service-Programm Nightwaves, The Guardian, Al-Jazeera, und andere Medien. Seinen Abschluss machte er als Anwalt in Bogotá, wo er führender Vertreter der Studentenbewegung war, die in den 1990er Jahren die Welle der Verfassungsreformen in Lateinamerika ins Rollen brachte. Er erwarb seinen LL.M. (Master of Laws) mit Auszeichnung am University College London und promovierte in Philosophie am King’s College der University of Aberdeen. Sein 2018 erscheinendes Buch trägt den Titel Ten Things They Don’t Tell Us About Justice, War, Art & Finance in the Near Future.

Orit Halpern ist Strategic Hire für Interactive Theory and Design und Extraordinarius an der Soziologischen und Anthropologischen Fakultät der Concordia University. In ihrer Arbeit verbindet sie Wissenschaftsgeschichte, Informatik und Kybernetik mit Kunst und Design. Halpern ist Kodirektorin des Speculative Life Research Cluster, ein Kreativ- und Forschungslabor an der Schnittstelle von Informatik und Umweltwissenschaft, Design und Anthropologie. Ihre jüngste Monografie Beautiful Data (2015) erzählt die Geschichte der Interaktvität, Datenvisualisierung und allgegenwärtiger Datenverarbeitung. Aktuell arbeitet Orit Halpern an zwei Büchern zur Geschichte und Theorie der „Smartness“ beziehungsweise über extreme Infrastrukturen, Resilienz und Spekulation. Sie publizierte und realisierte überdies Projekte, u.a. für e-flux, Rhizome, The Journal of Visual Culture, Public Culture sowie das ZKM in Karlsruhe, Germany.

Dieter Hiller ist Geologe und Experte für die Ölwirtschaft. Seit über dreißig Jahren arbeitet er zu den Themen Gesundheit, Sicherheit und insbesondere Umwelt. Als Fachmann für Umweltmanagement war er in der Vergangenheit überwiegend für die Ölindustrie tätig und ist seit 2012 Partner bei Environmental Resources Management (ERM). Zuvor hatte er beim weltgrößten Ölfelddienstleister Schlumberger Limited verschiedene Positionen in Frankreich, USA und Kanada inne.

Bernd Hopfengärtner interessiert sich für Design als interdisziplinäres Medium zwischen Naturwissenschaften, Ingenieurwesen, Kultur- und Medientheorie und Alltag. Seine Arbeiten sind unter anderem beim Wellcome Trust in London, im MoMA in New York und dem Chinesischen Staatsmuseum in Peking zu sehen. Zusammen mit Alexander Klose und Benjamin Steininger entwickelte er das spekulative Forschungsprojekt „Beauty of Oil“.

Alexander Ilitschewski schreibt Romane und Essays. Er wuchs in Aserbeidschan auf, studierte und lehrte Theoretische Physik in Moskau und emigrierte Mitte der 1990er Jahre nach Kalifornien. Heute lebt er in Jerusalem. 2016 erschien unter dem Titel Die Perser die deutsche Übersetzung seines vielfach prämierten Romans Pers aus dem Jahr 2009. In ihm zeichnet er das Bild des ökonomischen, politischen und sozialen Wandels in der Golfregion Baku, von der Zeit der Nobels und Rothschilds bis zum heutigen Tag.

Victoria Ivanova forscht, kuratiert, berät, publiziert und hält Vorträge zu innovativen Ansätzen in politischen, finanziellen und rechtlichen Fragen in der zeitgenössischen Kunst und darüber hinaus. 2010 beteiligte sie sich im ukrainischen Donetsk an der Gründung einer multidisziplinären Kulturplattform mit Fokus auf Menschenrechte, die die Schnittstellen zwischen Aktivismus, Bildung und künstlerischer Produktion erkundete. Heute widmet sie sich vor allem dem Thema Systemanalyse und Infrastrukturen als Mechanismen, die sozioökonomische und politische Realitäten prägen und (re-)produzieren. Ivanova hat einen MSc in Human Rights der London School of Economics, einen MA in Curatorial Studies des Bard College News York und promoviert aktuell in Kulturwissenschaft am Goldsmiths, University of London.

Alexander Klose ist Kulturwissenschaftler und Konzeptentwickler in Berlin. Sein Interesse gilt dem Spannungsfeld von Kommunikations- und Transporttechnologien und gesellschaftlichen Entwicklungs- und Erneuerungsprozessen. Von 2001 bis 2009 realisierte er eine künstlerische und wissenschaftliche Forschungsarbeit zum Prinzip der Standardcontainer und der Entstehung des logistischen Denkens. Zusammen mit Bernd Hopfengärtner und Benjamin Steininger entwickelte Klose das spekulative Forschungsprojekt „Beauty of Oil“.

knowbotiq (Yvonne Wilhelm, Christian Huebler) experimentiert mit Formen und Medialitäten von Wissen, politischer Repräsentation und epistemischem Ungehorsam. In aktuellen Projekten erkundet und inszeniert das Duo politische Landschaften mit Fokus auf algorithmische Steuerungssysteme, libidinöse und affektive Ökonomien und postkoloniale Gewalt. knowbotiq war bei den Biennalen von Venedig, Moskau, Seoul, Hongkong, Shenzen und Rotterdam zu sehen und stellte im New Museum New York, Witte de With Rotterdam, MOCA Taipeh, in der Kunsthalle St. Gallen, im Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg, der Skuc Gallery Ljubljana, bei NAMOC Beijing, im Aarhus Kunstmuseum, Museum of Contemporary Art Helsinki, Hamburger Kunstverein, Henie Onstad Kunstsenter Oslo und im Museum Ludwig Köln aus. knowbotiq hat eine Professur im Master of Fine Arts-Studiengang der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Stephanie LeMenager ist Pionierin der kritischen Theorie der Petromoderne und Professorin am Institut für Anglistik der University of Oregon. Die Mitgründerin des umweltgeisteswissenschaftlichen Journals Resilience ist seit den frühen 2010er Jahren Mitglied des Forschungs- und PR-Kollektivs After Oil in Kanada. In ihrem 2014 erschienen Buch Living Oil: Petroleum Culture in the American Century präsentiert sie ein kulturtheoretisches Resümee zu der Frage, was Leben im Zeitalter der Kohlenwasserstoffe bedeutet.

Boaz Levin ist Künstler, Autor und Mit-Gründer des Research Center for Proxy Politics. Seine Werke waren und sind in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Events zu sehen, zuletzt im Center for Contemporary Art Tel Aviv, zuvor im Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Rencontres Internationales Paris und Berlin, FidMarseille sowie School of Kyiv, der Biennale von Kiew. Für Last Person Shooter, eine gemeinsame Regiearbeit mit Adam Kaplan, erhielt Levin 2015 den Ostrovsky Family Fund Award des Jerusalem Film Festivals. Sein kuratorisches Langzeitforschungsprojekt Regarding Spectatorship in einer Koproduktion mit Marianna Liosi wurde von November 2015 bis Januar 2016 im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin gezeigt. Seit Oktober 2016 ist Boaz Levin Mitglied der Studiengruppe Cultures of Critique der Leuphana Universität Lüneburg. Zuletzt ko-kuratierte er 2017 die Biennale für aktuelle Fotografie, Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg.

Giuseppe Longo ist emeritierter Forschungsdirektor am Centre Nationale de la Recherche Scientifique des Interdisziplinären Zentrums Cavaillès der Ecole Normale Supérieure (ENS) in Paris. Von 1990 bis 2012 war er wissenschaftlicher Leiter für Mathematik und Informatik an der ENS, von 1973 bis 1990 lehrte er mathematische Logik und Informatik an der Universität von Pisa. Drei Jahre verbrachte Longo als Wissenschaftler und Gastdozent in Berkeley, am Massachusetts Institute of Technology und an der Carnegie Mellon Universität in den USA, einige Monate lang war er an den Universitäten in Oxford und Utrecht tätig. Als Autor und Koautor publizierte er über einhundert Artikel und drei Bücher. Zuletzt widmete er sich insbesondere der Epistemologie der Mathematik und der theoretischen Biologie.

Nahum ist Künstler und Musiker. Seine Werke, für die er unter anderem mit Raumfahrttechnik und Illusionismus arbeitet, erschaffen alternative und unkonventionelle Perspektiven auf menschliche Wahrnehmung. Zu künstlerischen Zwecken realisierte er 2015 das Mikroschwerkraftprojekt Matters of Gravity im russischen Sternenstädtchen Swjosdny Gorodok. Nahum ist Vorsitzender des International Astronautical Federation Committee for the Cultural Utilisations of Space und Gründungsdirektor von KOSMICA, einem weltweit tätigen Institut, das kulturelle, kritische und künstlerische Aspekte von Aktivitäten im Weltraum und ihren Einfluss auf die Erde untersucht. Der Fellow des National System of Art Creators beim National Fund for Culture and Arts in Mexiko wurde für seinen kulturellen Beitrag zu Projekten im Weltall mit dem Young Space Leadership Award ausgezeichnet. Er ist Gastdozent der International Space University.

Angi Nend entwirft Szenarien und entwickelt performative Situationen, die er in vielfältigen Formaten und Medien – in Installationen, Lecture-Performances, Live-Action-Rollenspiele, Happenings, Interventionen, Konzerten – präsentiert. Zu sehen sind sie in selbstverwalteten und temporären Settings, unter anderem im Substitut Berlin, De Appel Amsterdam und Connecting Space Hong Kong. Nend wirkte an Mattins Langzeitkonzert Social Dissonance für die documenta 14 in Kassel mit.

Gerald Nestler ist Künstler und Autor. Er beschäftigt sich mit der Agglomeration aus Ideen, Modellen, Praktiken und Fiktionen, die unter der Bezeichnung Finanzindustrie eine paradigmatische Rolle in der Erzeugung heutiger gesellschaftlicher Realitäten einnimmt. In seiner Arbeit verbinden sich theoretische Überlegungen mit künstlerischen Ausdrucksformen wie Video, Performance, Installation, Sound, Text und Gespräch. Er ist Mitglied der Technopolitics Research Group in Wien und der Volatility Research Group in New York. Nestler promovierte am Centre for Research Architecture, Goldsmiths, University of London. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt. Nestler erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen unter anderem das Österreichische Staatsstipendium für Bildende Künste (2003), das Österreichische Atelierstipendium Peking und das Österreichische Atelierstipendium New York/ ISCP (2016).

Julian Oliver ist critical engineer und Künstler in Berlin. Seine Arbeiten und Vorträge sind in der Tate Modern, bei der Transmediale, dem Chaos Computer Congress CCC, der Ars Electronica, dem Japan Media Arts Festival sowie in vielen anderen Museen, Galerien, und auf internationalen Veranstaltungen und Konferenzen im Feld der elektronischen Künste zu sehen und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Für sein zusammen mit Daniil Vasiliev realisiertes Projekt Newstweek erhielt er 2011 den renommierten Golden Nica des Prix Ars Electronica. Julian Oliver setzt sich für freie und Open Source-Software ein und unterstützt Initiativen, die sich für Anonymität und Datenschutz in Netzwerken und anderen Bereichen technologischer Vermittlung engagieren.

Tea Palmelund untersucht in ihren Arbeiten digitales Design im Kontext der verschwimmenden Grenzen zwischen künstlicher und natürlicher Realität. Ihre physisch und digital präsentierten Installationen stellen die Narrative des postkolonialen Europas und opake Machtstrukturen ins Zentrum. Palmelund ist Mitgründerin der Utopian Union, einer Plattform für interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Kultivierung des Wunsches nach sowie der Kartografierung von zukünftigen Perspektiven. Ihren MA in Design erwarb sie an der Fakultät für Gestaltung der Königlich-Dänischen Kunstakademie KADK.

Sascha Pohflepp ist renommierter Autor von Arbeiten zur Rolle der Technologie für das Verständnis von der Umwelt und den Versuch, sie zu beeinflussen. Sein Interesse gilt der historischen Dimension ebenso wie der Zukunftsvision, seine Projekte realisiert er meist als Kooperationen. Werke des Künstlers und Wissenschaftlers waren unter anderem bei Talk To Me im MoMA New York (2011), Micro Impact am Boijmans Van Beuningen Museum in Rotterdam (2012) und The House in the Sky in den Pioneer Works Brooklyn (2016) zu sehen. Pohflepp lebt und arbeitet in Berlin und dem kalifornischen La Jolla. Aktuell schreibt er als Fellow des Center for Academic Research and Training in Anthropogeny (CARTA) an seiner Dissertation zu Kunsttheorie und Kunstpraxis an der University of California, San Diego.

Patricia Reed ist Künstlerin, Autorin und Designerin in Berlin. Ihre künstlerischen Werke waren im Museum of Capitalism, Oakland sowie bei Homeworks 7, Beirut; Witte de With, Rotterdam; HKW, Berlin und im Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, zu sehen. Aktuelle Texte der Autorin erschienen in e-flux Architecture, im _AH Journal, in Cold War Cold World (Urbanomic), Reinventing Horizons (Tranzitdisplay) und sind in Moneylab (Inst. of Networked Cultures) und The Neurotic Turn (Repeater Books) zu lesen. Reed ist Mitglied bei Laboria Cuboniks (technomaterieller Feminismus) und in den Arbeitsgruppen des Office for Applied Complexity aktiv.

Sophia Roosth ist Frederick S. Danziger Associate Professor an der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Harvard University. Ihr Forschungsinteresse gilt den Life Sciences des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie untersucht, wie Biologie funktioniert und wie sich die Disziplin selbst mit der Entwicklung neuer biologischer Systeme durch die Wissenschaft verändert. Roosth promovierte 2010 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ihr erstes Buch Synthetic: How Life Got Made (2017) wirft die Frage auf, was mit dem „Leben“ als konzeptioneller Kategorie in dem Moment geschieht, in dem Experiment und Fabrikation konvergieren. 2016 war Sophie Roosth Anna-Maria Kellen Fellow der American Academy in Berlin, 2013 und 2014 Joy Foundation Fellow des Radcliffe Institute for Advanced Study.

Claudia de Serpa Soares studierte Tanz am Staatlichen Konservatorium in Lissabon und am Centre National de Dance Contemporaine in Angers. Sie arbeitete mit Iztok Kovac, Paulo Ribeiro und Lilo Baur. 1999 ging sie zu Sasha Waltz an die Berliner Schaubühne und performt bis heute in zahlreichen Produktionen der damaligen künstlerischen Leiterin des Ensembles. De Serpa Soares realisierte Produktionen mit der Rufus Corporation in New York und choreografierte mehrere Videokunstprojekte mit Eve Sussmann. Zusammen mit Ronald Kukulies entwickelte und präsentierte sie Crossroads (2007), mit Grayson Millwood brachte sieEdgar (2007) auf die Bühne. Mit dem Drummer Jim White und der Künstlerin Eve Sussmann inszenierte sie die Solo-Performance The Circuit (2011) und More Up a Tree (2015).

Sarah Sharma ist Associate Professor und Direktorin des McLuhan Centre for Culture and Technology an der University of Toronto. Für ihre Monographie In the Meantime: Temporality and Cultural Politics erhielt sie 2014 den National Communication Critical Cultural Division Book of the Year Award. In the Meantime bricht mit dem verbreiteten Gefühl, dass die Welt sich beschleunigt, und argumentiert, dass die erläuternde Kraft der Beschleunigung weniger eine akkurate Darstellung des Augenblicks als ein ideologischer Diskurs an sich ist. Zurzeit arbeitet Sharma an einem neuen Projekt zur Erkundung der geschlechtsspezifischen Exit- und Verweigerungsstrategien in der zeitgenössischen Technokultur. Die Autorin spricht hier vom “(s)Exit.“

Helena Shomar arbeitet im Bereich der synthetischen Biologie und befasst sich mit der Frage, wie Biotechnologie unseren Alltag beeinflusst und prägt. Aktuell lebt die Doktorandin des G. Bokinsky Lab der University of Technology Delft in den Niederlanden und forscht zur Entwicklung von Bakterien, die aus preiswerten und umweltfreundlichen Stoffen in industriellem Maßstab Antibiotika produzieren. Shomar arbeitet mit Künstler*innen, Designer*innen, Pädagog*innen und Partnern aus der Industrie an der Erweiterung wissenschaftlicher Praxis. Zusammen mit ihrem Team entwickelte sie das wissenschaftliche Videospiel hero.coli, präsentierte im Rahmen des Forschungsvorhabens MAKING_LIFE das Kunst- und Wissenschaftsprojekt Living Ashes (2014) in Helsinki und leitet Workshops für verschiedene Publikumsgruppen.

Jens Soentgen ist Philosoph und Chemiker. Aktuell leitet er das Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg. Seit 2016 wirkt Soentgen als Lehrbeauftragter für Philosophie an der Memorial University in St. John’s, Kanada. Seit 2012 ist er Mitherausgeber des Journals GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society. Jens Soentgen publiziert zur Geschichte und Theorie der Chemie sowie zu den Eigenschaften einzelner Stoffe und richtet sich dabei an die Wissenschafts-Community ebenso wie an junge Leser.

Felix Stalder ist Medientheoretiker und Professor für Digitalkultur und Netzwerktheorie der Zürcher Hochschule der Künste, wo er aktuell das Programm für Medienkunst leitet. Nebenbei wirkt Stalder als unabhängiger Wissenschaftler und Organisator von Gruppen wie dem Institut für Neue Kulturtechnologie/ t0 in Wien. Stalder publizierte umfangreich zu digitalen Netzkulturen und ihren politischen Implikationen. An diesem Thema arbeitet er seit Mitte der 1990er Jahre. In Digital Solidarity (2013) und in Kultur der Digitalität (2016) betrachtet er die historischen Ursprünge und heutigen Bedingungen der sich zunehmend ausbreitenden digitalen Welt.

Benjamin Steininger ist Kulturwissenschaftler und Historiker für Wissenschaft und Technik in Wien. Als Gastforscher ist er für das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin tätig. In seiner Dissertation analysierte er die Geschichte und Theorie der Katalyse im 20. Jahrhundert. Von 2012 bis 2016 leitete er ein kooperatives Forschungsprojekt zur Geschichte der österreichischen Ölindustrie. Zusammen mit Bernd Hopfengärtner und Alexander Klose entwickelt er das spekulative Forschungsvorhaben „Beauty of Oil“.

Oxana Timofeeva ist Philosophin, Lehrbeauftragte der European University in St. Petersburg und Senior Research Fellow am Institut für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Timofeeva ist Mitglied des Künstlerkollektivs Chto Delat? (Was ist zu tun?) und Redakteurin der Zeitschrift Stasis. Sie wuchs in Surgut auf, einem Zentrum der Ölindustrie im nordwestlichen Sibirien. Ihre akademische Laufbahn begann Timofeeva mit ihrer Doktorarbeit zur Theorie von Georges Bataille, wandte sich danach den Animal Studies und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Anthropozän zu. Kürzlich veröffentlichte sie ihre Abhandlung zur materialistischen Theorie des Öls.

Vera Tollmann ist Mit-Gründerin des Research Center for Proxy Politics, das von 2014 bis 2017 Workshops, Vorträge und Veranstaltungen an der Universität der Künste Berlin realisierte. 2013 war sie Ko-Kuratorin der 9th Video Vortex Conference im Centre for Digital Cultures der Leuphana Universität Lüneburg. Seit 2015 ist Tollmann Doktorandin im Graduiertenkolleg „Ästhetiken des Virtuellen“ der HFBK Hamburg.

Lizvlx und Hans Bernhard leben und arbeiten in Wien, Köln und St. Moritz. Berühmt-berüchtigt sind sie durch ihre Media Hacks in den 00er Jahren. Ubermorgen besitzen 75+ aktive Webseiten, die tief in den Schweizer Alpen, in militärisch gesicherten Anlagen, geschützt verwaltet werden. Die Strategie hinter der Wahlstimmenverkaufsplattform Vote-Auction (2000-06) wurde von der französischen Tageszeitung Libération als »un plan machiavélique« bezeichnet. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Centre Pompidou in Paris, bei der Sydney Biennale und der Gwangju Biennale gezeigt. Sie sind Gewinner des Swiss Art Award, dem Transmediale Award und dem IBM Award for New Media. Ubermorgen.com wurden beeinflusst von Rammstein, Samantha Fox, XXXTentacion, Olanzapine von Pfizer & LSD von Albert Hoffmann & KFCs Coconut Shrimps Deluxe und dem Wiener Aktionismus.

Inigo Wilkins absolvierte den Masterstudiengang in Sonic Culture an der University of East London. 2016 promovierte er in Kulturwissenschaft am Goldsmiths, University of London, zum Thema Irreversible Noise: The Rationalization of Randomness and the Fetishization of Indeterminacy. Seine Dissertation erscheint demnächst bei Urbanomic. Wilkins ist Leitender Redakteur der Online-Publikation und Forschungsplattform Glass Bead. Von ihm erschienen sind u. a. Interfacey McInterface Face (2017) und The Sharpest Point of Sensation is Pointless als Booklet zu Eric Fryes Album On Small Differences in Sensation (2016).