Ab 23.09.2017

Träumende Kollektive. Tastende Schafe (Staat 3)

Von Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)

Schafherde morgens auf einer Straßenkreuzung in Köln | © Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2002 / Creative Commons CC-BY-SA-2.5

Schafherde morgens auf einer Straßenkreuzung in Köln | © Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2002 / Creative Commons CC-BY-SA-2.5

Data-Mining und Big Data, digitale Echokammern und Machine Learning: Das Internet produziert alternative Formen der Partizipation und stellt hergebrachte Praktiken der Meinungsbildung in Frage. Mit Ausgangspunkt in Griechenland, wo die Demokratie erst kürzlich zu scheitern schien, erkundet Rimini Protokoll in Dresden im dritten Teil der Tetralogie Staat 1–4 die Bedeutung des digitalen Raums für demokratische Prozesse.

Welchen Wert hat eine Stimme? Mit dem Referendum über einen möglichen Reformkurs brachten die griechischen Wähler*innen 2015 die repräsentative Demokratie an ihre Grenzen. In Dresden und Athen gehen Rimini Protokoll nun der Frage nach, was aus der Grundidee der Demokratie geworden ist. Am Staatsschauspiel Dresden fragt Daniel Wetzel (Rimini Protokoll) nach dem Wert der Ware Daten und bringt diese in einer sinfonischen Situation zum Klingen. Mit einer Smartphone-App ausgestattet begeben sich die Zuschauer*innen in einen permanenten Abstimmungsprozess. Das Publikum selbst wird dabei zum Klangkörper, der netztypische Dynamiken des Schwarmverhaltens überführt – in den analogen Raum.

Eine Produktion von Rimini Protokoll und dem Staatsschauspiel Dresden im Rahmen von 100 Jahre Gegenwart