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Als nur die Tiere lebten

Zsófia Bán | Terézia Mora

Autorin: Zsófia Bán
Aus dem Ungarischen von Terézia Mora
Suhrkamp Verlag 2014
(Amikor még csak az állatok éltek; Magvető, Budapest 2012)

„Zsófia Báns Roman ist in viele Fragmente zerbrochen – genau wie die Geschichten, die er erzählt. Sie handeln von Aufbrüchen und Verlusten, von Filmen und Bildern, in denen sich die Zeit ansammelt und aufstaut, sie handeln von Ungarn, die überall auf der Welt verstreut sind, von Tieren, Schlangen und Hunden, von Träumen und Sehnsüchten, von Abschieden und Augenblicken des Wiederfindens. Terézia Mora hat die anspielungsreiche, poetische Sprache Báns in ein wunderbares klares Deutsch gebracht, in dem die Wehmut der alten mitteleuropäischen Sprachwelt zwischen den Zeilen noch mitklingt.“ (Jurykommentar
zur Shortlist-Nominierung 2014)

Als nur die Tiere lebten

Als nur die Tiere lebten

Am Strand von Rio de Janeiro wird die kleine Anna im Getümmel von ihrer Mutter getrennt. Als das Mädchen sie nach kurzem albtraumhaften Verlorensein erleichtert am Wasser stehen sieht und sich ihr von hinten nähert, hört sie, wie die Mutter ein verzweifeltes »Sogar hier … sogar hier!« vor sich hinmurmelt. Was diese Worte bedeuten, vor allem aber wer ihre Mutter war, die sieben Sprachen sprach, aber mit ihrem Kind in keiner einzigen reden konnte, das begreift die Fotografin Anna erst Jahrzehnte später – als sie in einer Versuchsstation in der Antarktis das Naturphänomen des White-out aufnimmt, das alles verschluckende Weiß. Emigration, Entwurzelung, der brutale Riss, der ein Leben in ein Davor und Danach teilt – diese Erfahrungen bilden das Gravitationszentrum der fünfzehn Geschichten des Bandes.

Zsófia Bán | © Miklós Szüts

Zsófia Bán | © Miklós Szüts

Die Autorin

Zsófia Bán, 1957 in Rio de Janeiro geboren, aufgewachsen in Brasilien und in Ungarn, ist eine namhafte Kunst- und Literaturkritikerin. Sie hat in Filmstudios gearbeitet, war Ausstellungskuratorin und lehrt Amerikanistik in Budapest. 2010 war sie Stipendiatin am LCB in Berlin, 2014 Writer-in-Residence in Zug (Schweiz) und im Jahr darauf Stipendiatin im Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Ihr Debütroman Abendschule wurde 2008 mit dem Attila-József-Preis ausgezeichnet.

Zuletzt erschienen:
Abendschule: Fibel für Erwachsene, Suhrkamp 2012, aus dem Ungarischen von Terézia Mora (Esti iskola: olvasókönyv felnőtteknek, Kalligram, Budapest 2007)

Terézia Mora | © Peter von Felbert

Terézia Mora | © Peter von Felbert

Die Übersetzerin

Terézia Mora, geboren 1971 in Sopron, Ungarn, lebt seit 1990 in Berlin und gehört zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen. Für ihr literarisches Debüt, den Erzählungsband Seltsame Materie, wurde sie mit dem Literaturpreis open mike (1997), dem Ingeborg-Bachmann-Preis (1999) und dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2000) ausgezeichnet. Für Ihren dritten Band Das Ungeheuer erhielt sie im Herbst 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums und wurde 2015 zum Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Sie übersetzte bereits Zsófia Báns Debütroman, außerdem zahlreiche Werke von Péter Esterházy.

Zuletzt erschienen:
Terézia Mora: Nicht sterben, Luchterhand 2015
Terézia Mora: Das Ungeheuer, Luchterhand 2013
Übersetzungen:
Zsófia Bán: Abendschule: Fibel für Erwachsene, Suhrkamp 2012, aus dem Ungarischen von Terézia Mora (Esti iskola: olvasókönyv felnőtteknek, Kalligram, Budapest 2007)
Péter Esterházy: Ein Produktionsroman (Zwei Produktionsromane), Berlin-Verlag 2010, aus dem Ungarischen von Terézia Mora (Termelési-regény (kisssregény), Magvető, Budapest 2004)
Péter Esterházy: Keine Kunst, Berlin Verlag 2009, aus dem Ungarischen von Terézia Mora (Semmi művészet, Magvető, Budapest 2008)