Fr, 17. Oktober 2014 — Mo, 08. Dezember 2014

#4 The Dark Abyss of Time

Museum of Evolution of Life, Chandigarh, India, 2014 | © Armin Linke/ Anthropocene Observatory

Museum of Evolution of Life, Chandigarh, India, 2014 | © Armin Linke/ Anthropocene Observatory

Die zusammenfassende Ausstellung des Anthropocene Observatory von Armin Linke, Territorial Agency (John Palmesino und Ann-Sofi Rönnskog) und Anselm Franke widmet sich - ausgehend von der Analyse von Raumordnungen und politischen Institutionen - der Geschichte von Planung, Modellierung und Steuerung im Anthropozän und untersucht das Verhältnis neuer globaler Planungsszenarien im Zeichen des Klimawandels zu Politik, Ökonomie und Besitzverhältnissen.

Gibt es alte und neue notorisch blinde Flecken in den Szenarien der Planung und Kontrolle? Die umkämpfte Geschichte der Geologie hat sich – als Wissenschaft planetarischer Geschichte – parallel zu den materiellen und sozialen Räumen der Moderne entwickelt. Jede Form politischer und territorialer Organisation – Stadtstaat, koloniale Imperien, Nationen, internationale Ordnung – war und ist an unterschiedliche natürliche Ressourcen gebunden und hat unterschiedliche Vorstellungswelten geologischer Zeit ausgebildet. Anthropocene Observatory: #4 THE DARK ABYSS OF TIME untersucht, wie der Ausgang aus dem Holozän die zwischen Stabilität und Flexibilität schwankenden Formen verstärkt, die menschliche Existenz an die materiellen Räume ihrer „Kohabitation“ mit der Erde bindet. Das Observatorium durchleuchtet die Formen zeitgenössischen Daseins und die Räume, die es erzeugt: die Infragestellung etablierter Bindungen, die Eröffnung neuer Verknüpfungen von Wissenschaft und Politik, den Aufbau von Kontrollstrukturen und die Ausformung neuer Landschaften und Territorien.

Die destabilisierenden Bedingungen, die im Gefolge der neuen geologischen Epoche auftauchen, strahlen auf die verschiedensten Bereiche aus: Gemeinwesen, Institutionen, Gesetz, internationale Organisationen, Infrastrukturen, Krieg, Land, Praktiken wissenschaftlicher Forschung und Regierungsformen, Meer, Städte, Märkte und Planungsinstitutionen. Sie modellieren menschliche Räume ebenso wie deren materielle Entsprechungen, sie schaffen eine neue Art des Handelns, bei der nichtmenschliche und menschliche Handlungsträger auf ungekannte Weise interagieren. Die Ausstellung artikuliert diese neu entstehenden Räume in Videoinstallationen, Dokumenten, Interviews, großformatiger Fotografie und Analysen von Fernüberwachungstechniken. Sie erweitert und konsolidiert die Archive des Anthropocene Obyervatorys, die im Lauf der vergangenen zwei Jahre aufgebaut wurden.

Anthropocene Observatory, ein Projekt von Armin Linke, Territorial Agency (John Palmesino und Ann-Sofi Rönnskog) und Anselm Franke

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