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Anthropocene Curriculum


2014/2016

Das Dilemma des Anthropozäns verlangt nach einem strukturell neuen Engagement und bietet somit die Möglichkeit, bisher nicht verfolgte interdisziplinäre Verbindungen sichtbar zu machen und mit neuen Formen der Hochschulausbildung zu experimentieren. Eine tiefgreifende Integration von interdisziplinärem Denken, gegenseitigem Lernen, neuen Forschungsmodi und bürgerschaftlichem Engagement ist für die Zukunft von Universitäten, Akademien, Forschungsplattformen und Kulturinstitutionen als Orte der Produktion und Verbreitung von Wissen entscheidend.

In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin und weiteren renommierten Partnern entwickelt das Haus der Kulturen der Welt ein Anthropozän-Curriculum, das auf experimentelle wie exemplarische Weise Wege für eine transdisziplinäre Wissens- und Bildungskultur erprobt. Wie soll sich ein Korpus „erdverbundenen Wissens“ zusammensetzen, welche Formen der Vermittlung sind dem angemessen?

Als exemplarischer Modellkurs wurde das Curriculum im November 2014 im Rahmen des Anthropocene Campus am HKW erprobt. Der Campus veranschaulichte die Dringlichkeit und Relevanz einer solchen interdisziplinären Zusammenarbeit und ließ das Konzept der Technosphäre als geeignetes Beschreibungsmodell anthropozäner Dynamiken hervortreten.

Der zweite Campus, The Technosphere Issue, hat sich im April 2016 diesem Konzept gewidmet. Die Technosphäre wurde hier als Entwurf verstanden, anhand dessen Reibungen zwischen menschlichen, technologischen, lebensweltlichen, kulturellen und industriellen Sphären mit den Möglichkeiten und Grenzen der Geo- und Biosphäre beschrieben werden, um so die globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts erfassen und verantwortlich mitgestalten zu können.

Das Projekt Anthropocene Curriculum wird entwickelt vom Haus der Kulturen der Welt und dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte.