Biografien der Künstler

After Year Zero. Geografien der Kollaboration seit 1945

Künstler | Konferenzteilnehmer

John Akomfrah
John Akomfrah, Künstler und Kultur-Aktivist, hat mehrere Dokumentar- und Spielfilme gedreht und Installationen in Galerien geschaffen, die in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika ausgezeichnet wurden und bei den Kritikern großen Anklang fanden. In erster Linie bekannt als einer der Pioniere des Black British Cinema – und später als Wegbereiter der digitalen Filmkunst in Großbritannien – war John Akomfrah Gründungsmitglied des Black Audio Film Collective, eines wegweisenden britischen Filmemacher-Kollektivs. Sein dokumentarischer Filmessay Handsworth Songs (1986) gewann internationale Auszeichnungen, darunter den BFI John Grierson Award For Documentary. Seither sind die Arbeiten von John Akomfrah in zahlreichen Galerien und Ausstellungen gezeigt worden, 2012 wurde er von der Europäischen Kulturstiftung zum European Cultural Laureate ernannt. Seine jüngsten Arbeiten sind Peripeteia, Psyche, At the Graveside of Andre Tarkovsky und The Stuart Hall Project, eine Video-Arbeit, die 2013 beim Sundance Film Festival in der World Documentary Competition Premiere feierte.

Kader Attia
Geboren als Sohn einer algerischen Familie in Frankreich, verbrachte Kader Attia seine Kindheit in beiden Ländern. Das Hin und Her zwischen dem christlichen Okzident und dem islamischen Maghreb prägt seine Arbeit bis heute. Er beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen westlichem Gedankengut und nicht-westlichen Kulturen, insbesondere was Architektur, den menschlichen Körper, Geschichte, Natur, Kultur und Religion anbelangt.
Die erste Einzelausstellung des Philosophen und Künstlers fand 1996 in der Demokratischen Republik Kongo statt, internationale Anerkennung fand er durch seine Teilnahme an der 50. Venedig-Biennale 2003. Zu seinen jüngeren Ausstellungen zählen Reparatur 5.Acts, eine Einzelausstellung am KW Institute for Contemporary Art Berlin; Construire, Déconstruire, Reconstruire : Le Corps Utopique, eine Einzelausstellung am Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris; die dOCUMENTA(13) Kassel, Performing Histories (1) am MoMA, New York, die 4. Moskau-Biennale; The Global Contemporary. Art World after 1989, am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe; und Contested Terrains, am Tate Modern, London.

Yervant Gianikian & Angela Ricci Lucchi
Die Mailänder Filmemacher Yervant Gianikian und Angela Ricci Lucchi arbeiten seit 1970 zusammen. Sie sind bekannt für ihren so sorgfältigen wie aussagekräftigen Umgang mit Filmmaterial aus Archiven, zumeist vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Die meisten ihrer Arbeiten sind explizit politisch und gründen auf einer Vorstellung von Film als distanziertem Beobachter der gewaltigen Umbrüche der Moderne: Kolonialismus, Krieg und Staatenlosigkeit. Ihre Filme wurden auf verschiedenen internationalen Festivals gezeigt, u. a. in Cannes, Venedig, Rotterdam und Berlin, sowie bei der Filmoteca Espanola Madrid und beim FID Marseille. Ihre jüngste Arbeit Pays Barbare feierte beim Locarno Film Festival im August 2013 Premiere und wird u. a. beim Toronto Film Festival zu sehen sein. Ihre Videoinstallationen wurden u. a. bei der Venedig Biennale 2001 und dem Maison Hugo, Paris (beide kuratiert von Harald Szeemann), im Jeu de Paume, Paris; im MoMA, New York; in der Tate Modern, London, und im Museum of Contemporary Art in Chicago gezeigt. Außerdem waren bzw. sind ihre Arbeiten bei der Taipei Biennale 2012 und der Venedig Biennale 2013 zu sehen.

The Otolith Group
The Otolith Group, gegründet 2002 von Anjalika Sagar und Kodwo Eshun, untersucht die Historie(n) und Potenziale von Science Fiction und Tricontinentalism, einer politisch akzentuierten Version des Postkonialismus. Zu den jüngeren Einzelausstellungen zählen Thoughtform, Museu d’Art Contemporani de Barcelona und MAXXI Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Rome, 2011; A Lure a Part Allure Apart, Betonsalon, Paris, 2011; Westfailure, Project 88, Mumbai, 2012, sowie Medium Earth, REDCAT, Los Angeles, 2013.
Gruppenausstellungen der letzten Zeit waren u. a. There is always a cup of sea to sail in: 29th Biennial de Sao Paulo, 2010; In the Days of the Comet: British Art Show 7, Hayward Gallery, London, 2011; dOCUMENTA (13), Kassel, 2012; ECM: A Cultural Archaeology, Haus der Kunst, München, 2013; sowie The Whole Earth: California and the Disappearance of the Outside, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2013.
2010 wurde The Otolith Group für den Turner Prize nominiert.

Jihan El-Tahri
Jihan El-Tahri, eine ägyptisch-französische Regisseurin und Produzentin von Dokumentarfilmen, begann ihre Karriere als Journalistin. Von 1984 bis 1990 arbeitete sie als Korrespondentin für Nachrichtenagenturen und recherchierte für TV-Sender zu politischen Themen im Nahen Osten. 1990 begann sie, Dokumentationen für das französische Fernsehen, die BBC und andere internationale Sender zu drehen und zu produzieren. Seither hat sie bei über einem Dutzend Filme Regie geführt, u.a. bei dem Emmy-nominierten Film The House of Saud, der anhand von Porträts der saudi-arabischen Monarchen die Beziehungen zwischen dem Königreich und den USA untersucht. The Price of Aid, ein Film über das System der internationalen Nahrungsmittelhilfe, gewann 2004 den European Media Prize, und für Cuba: An African Odyssey erhielt El-Tahri ebenfalls internationale Auszeichnungen. Ihr jüngster Dokumentarfilm Behind the Rainbow von 2009, untersucht den Übergangsprozess nach der Apartheid in Südafrika. Jihan El-Tahri hat zwei Bücher verfasst, The 9 Lives of Yasser Arafat und Israel and the Arabs: the 50 Years War.