Shoja Azari (Iran)
Der Filmemacher Shoja Azari wurde 1958 in Shiraz, Iran geboren, er lebt und arbeitet heute in New York. In seinen gemeinsamen Arbeiten mit Shahram Karimi verbinden die Künstler Elemente des Filmes mit Elementen der Malerei. Bei ihren „video paintings“ entsteht eine für den Betrachter unerwartete Mischung aus bewegten und unbewegten Bildern. Azari war an diversen Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. Moskau Biennale 2007, ARCO Madrid 2006, Art Basel 2006 beteiligt und wirkte bei zahlreichen Filmen der Videokünstlerin Shirin Neshat mit.
Jimmie Durham (USA)
Jimmie Durham bewegt sich seit Anfang der 1960er-Jahre zwischen Kunst, Schriftstellerei, Performance und Politik. Er war Organisator und Mitglied des Zentralrats des American Indian Movement und Direktor des International Indian Treaty Council sowie dessen Vertreter bei den Vereinten Nationen. Gegen Ende der 1970er nimmt sein Aktivismus eine visuelle Form an: Er schafft Kunstobjekte, die direkt ins Herz der Vorurteile und gängigen Klischees zielen. Zunehmend definiert sein Werk eine bestimmte Erfahrung der Dinge in der Welt – die Beziehung zu einem Ort, einer Architektur, einer Landschaft. Aus der Erfahrung eines Objekts entsteht in Verbindung mit Text eine visuelle Erzählung.
Künstlerportrait auf culturebase.net...
Regina José Galindo (Guatemala)
Die Performance-Künstlerin Regina José Galindo wurde 1974 in Guatemala geboren.
2005 bekam sie bei der 51. Venedig Biennale den goldenen Löwen als beste Nachwuchskünstlerin unter 35 Jahren für ihre Videoarbeit „Himenoplastia“, in der sie in Großaufnahme dokumentiert, wie ein Jungfernhäutchen operativ wiederhergestellt wird. Die Künstlerin setzt in Ihren Arbeiten meist ihren eigenen Körper ein, um visuelle Metaphern und Symbole zu erzeugen und den Schmerz, das Leid und die Erfahrungen ihres Heimatlandes darzustellen. Regina José Galindo lebt und arbeitet in Guatemala.
Thadeusz Kantor (Polen)
Der polnische Maler, Theaterregisseur, Bühnenbildner und Kunsttheoretiker Thadeusz Kantor wurde 1915 in Wielopole Skrzynskie, Polen geboren.
1955 gründete er das Theater Cricot 2, in dem er 1975 das bekannte Stück “Die tote Klasse“ aufführte. Kantor nahm in seinen Stücken selbst eine wichtige Rolle ein, so dass die Stücke nach seinem Tod (1990 in Krakau) nicht mehr aufgeführt werden können. Thematisch setzte er sich viel mit dem Spiel zwischen Leben und Tod auseinander und verband seine eigene Biographie mit Historischem.
Klara Lidén (Schweden)
Klara Lidén wurde 1979 in Stockholm geboren und hat in Stockholm und Berlin studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In ihrer künstlerischen Arbeit hinterfragt und durchbricht Lidén gesellschaftliche Konventionen und zieht den Betrachter mental und physisch in ihre Arbeit ein. So schafft sie beispielsweise begehbare Rauminstallationen, in die sie Klang- oder Videoarbeiten integriert. Lidén hatte bereits Einzelausstellungen bei Reena Spaulings Fine Art, New York, The Hayward Gallery, London und Moderna Museet, Stockholm und war in verschiedenen Gruppenausstellungen vertreten.
Performance Klara Lidén + Tvillingarna (Sa 01.05.2010 | 21:00 h)
Michael Rakowitz (USA)
Der 1973 in Great Neck, USA geborene Künstler irakischer Abstammung Michael Rakowitz lebt und arbeitet in Chicago. 1998 begann er sein laufendes Projekt ParaSite, bei dem er Obdachlosen in verschiedenen Städten aufblasbare Behausungen baute, die an den äußeren Ausgängen von Klimaanlagen und Ventilatoren von Gebäuden befestigt wurden. Rakowitz war bereits weltweit in Gruppen - und Einzelausstellungen und auf verschiedenen Biennalen vertreten. Seine jüngste Einzelausstellung an der Tate Modern, London (2010) The Worst Condition Is To Pass Under A Sword Which Is Not One’s Own beschäftigt sich ebenso wie die bekannte Arbeit “The Invisible Enemy Should not Exist” (2007, Lombard Freid –Projects, New York), die u.a. auf der 10ten Instanbul Biennale 2007 zu sehen war, mit der aktuellen Politik im Irak nach der letzten US Invasion.
Künstlerportrait von Michael Rakowitz auf culturebase.net
reloading images (Iran / USA / UK / D/ Ägypten)
reloading images ist eine Gruppe von acht internationalen Künstlern und Autoren, die 2006 von Azin Feizabadi und Kaya Behkalam gegründet wurde. Gemeinsam erarbeiten sie Projekte, Installationen und Publikationen, die zwischen diskursiver und ästhetischer Praxis angesiedelt sind. Ihre Arbeiten kreisen um Bild- und Geschichtspolitiken und die Grundlagen künstlerischer Arbeit. Zuletzt erschien von ihnen der Band „Damascus: Tourists, Artists, Secret Agents“ im Berliner Green Box Verlag/Prince Claus Library 2009.
Seher Shah (USA)
Seher Shah, die 1975 in Karachi, Pakistan geborene und heute in New York ansässige Künstlerin, studierte Architektur und kombiniert in ihren grafischen Arbeiten architektonische Entwürfe mit bereits existierenden Bildern historischer Konstruktionen. Ihre oftmals psychedelisch wirkenden Kompositionen beschäftigen sich mit islamischer Kulturgeschichte, Begegnungen zwischen West und Ost und mit Konstruktionen von „kosmopolitischen Identitäten". Zu den Quellen von Shahs komplexen und ausgeklügelten Zeichnungen gehören islamische Muster und geometrische Gestaltungen, die sie mit anderen Elementen zu dramatischen imaginären Landschaften verbindet. Gegenwärtig lebt und arbeitet sie in Brooklyn, New York.
ifau (Berlin)
Seit 1998 arbeitet ifau, im Kern als Architektengruppe, in verschiedenen interdisziplinären Konstellationen. Das Arbeitsspektrum umfasst städtebauliche und architektonische Entwürfe, Realisierungen, Forschungsprojekte, sowie Installationen und Aktionen im urbanen Kontext.
ifau - Institut für angewandte Urbanistik
untersucht die Möglichkeiten einer direkten Übersetzung urbaner Realität, Differenz und Vielfalt in den Entwurf von Architektur und Stadtraum. Grundlage aller Projekte ist es, kontextimmanente Prozesse als Verhandlungsräume in den Entwurf einzuschreiben. Flexibilität und Spezifität sind Merkmale der so entwickelten Modelle. Der Entwurf gewinnt Form in Verhandlung oder ist Form für Verhandlung. Er enthält so einen Mehrwert der seinen Gebrauchswert im Alltag bestimmt und steigert.
ifau sind: Mathis Burandt, Christoph Heinemann, Susanne Heiß, Christoph Schmidt
ifau: Christoph Schmidt (Berlin)
Christoph Schmidt wurde 1969 geboren und studierte Architektur an der RWTH Aachen und am University College of Porthmouth, Großbritannien. Seit 1998 ist er Mitglied des Instituts für angewandte Urbanistik (ifau).
ifau: Christoph Heinemann (Berlin)
Christoph Heinmann wurde 1969 geboren. Er absolvierte ein Architekturstudium an der RWTH Aachen und an der École d´Architecture de Paris la Villette / Frankreich.
Seit 1998 ist er Mitglied des Instituts für angewandte Urbanistik (ifau). Am Lehrstuhl von Prof. Heinz Nagler für Städtebau und Entwerfen arbeitet Heinemann seit 2001 als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Oreet Ashery (Israel)
Performances + Filme Oreet Ashery + Larissa Sansour (Mi 28.04.2010 | 21:00 h)
Oreet Ashery ist eine in London ansässige, interdisziplinäre bildende Künstlerin deren performativen Werke in sozio-politische Paradigmen eingreifen und oft partizipatorische Ansätze haben. Sie interessiert sich für Ideen von Subjektivität und Authentizität. Häufig tritt sie als männliche Figur in ihren Arbeiten auf. Ihre künstlerische Praxis räsoniert vor allem im Kontext der Anti-Besatzung Bewegung und der Infragestellung zionistischer Narrative.
Ashery veröffentlichte im Jahr 2009 3 Bücher, u.a. Staying: Dream, Bin, Soft Stud and Other Stories (Artangel), ein Projekt mit Frauen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung sich im Asyl in Grossbritanien befinden. Ashery ist eine AHRC Stipendiatin im Schauspiel- und Theaterseminar an der Queen Mary University. Ihre Werke wurden im Brooklyn Museum, im Centre Pompidou, Tate Modern und im ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Deutschland gezeigt.
Larissa Sansour (Palästina/Dänemark)
Performances + Filme Oreet Ashery + Larissa Sansour (Mi 28.04.2010 | 21:00 h)
Larissa Sansour wurde in Jerusalem geboren und lebt heute in Kopenhagen. In ihren interdisziplinären Projekten nutz sie vielfältige Medien u.a. Video, Fotografie, experimentellen Film, Bücher und das Internet.
Gegen die gängigen ernsthaften Erwartungen an Arbeiten, die das Leben in dieser Region kommentieren, nähert sie sich humorvoll und scharfzüngig mit der Sprache des Internets und der Popkultur der Realität und Komplexität des Lebens im Nahen Osten.
Sansours Werke wurden auf internationalen Biennalen und Filmfestivals ausgestellt, u.a. war sie in der 11. Internationale Istanbul Biennale, der Art Dubai und der IMA in Paris vertreten. Sie veröffentlichte The Novel of Nonel und Vovel, ein grafischer Roman zusammen mit Oreet Ashery.
Tvillingarna (Andreas Nelson, Paul Sigerhall und Emily Sundblad, Skandinavien)
Performance Klara Lidén + Tvillingarna (Sa 01.05.2010 | 21:00 h)
Tvillingarna formierten sich 2006 in Stockholm 2006 als Musik – Performancegruppe und habe bisher unter anderem mit Åskar Brickman, Gunnar Kolbjer, Klara Lidén, Rita Ackerman, Tomas Hemstad und Mira Eklund kollaboriert. Emily Sundblad ist Mitbegründerin von Reena Spaulings Fine Art in New York. Die erste Single von Tvillingarna, The Future Master wurde 2009 bei dem Label Du och Jag + Åskar Brickman veröffentlicht.
Discoteca Flaming Star (Berlin)
Performance Jaccouzi of Muddy Tears (Sa 01.05.2010 | 17:00 h)
1998 gründeten Cristina Gómez Barrio und Wolfgang Mayer die Discoteca Flaming Star, ein zusammenarbeitendes interdisziplinäres Performance Projekt das in Berlin basiert ist. Durch konzeptionelle, visuelle und musikalische Übertragungen schaffen sie Skulpturen, Performances, Zeichnungen, Aufführungen und Situationen, deren Ziel ist es vor allem die öffentliche Rückerinnerung oder das Gedächtnis zu hinterfragen und zu bestreiten.
Im Bereich der Kluft zwischen Kunst-Kollektiv und Rock-Band, erstellen Discoteca Flaming Star vielschichtig angelegte Performances, die Bauchtanz und Noise-Rock, Gegenkultur und Kabarett, Chanson und Disco vereinen in einen halluzinatorischen Genre, den sie "Hardcore-Karaoke" genannt haben.
Zusammen nahmen Barrio und Mayer Whitney Independent Study Program in New York von 2005 bis 2006 teil. Im selben Jahr war DFS teil der „Letzteres aus New York“ Ausstellung in General Public in Berlin, wo sie die ergebenden Werke ihres Aufenthalts in New York ausstellten. 2009 traten sie in der Reihe „Ordnung sagt Freiheit“ im Kunstverein Hamburger Bahnhof in Hamburg auf.
Wolfgang Mayer (Discoteca Flaming Star, Berlin)
Wolfgang Mayer wurde 1967 in Kempten, Deutschland geboren. Er studierte zwischen 1990 und 1995 an der Akademie der Bildenden Künste in München und bekam 1993 ein Stipendium von der Sommerakademie in Salzburg um bei Nan Goldin zu studieren. 1996 bis 1997 studierte er an der New York City School of Visual Arts dank eines Stipendiums des DAAD, und 2005 bekam er ein Stipendium von der Prinzregent Luitpold-Stiftung. Mayer erhielt u.a. den Pollock-Krasner Foundation Grant.
Cristina Gómez Barrio (Discoteca Flaming Star, Berlin)
Die 1973 in Madrid geborene Künstlerin Cristina Gómez Barrio lebt und arbeitet in Berlin. Von 1998 bis 1999 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München nachdem sie die DAAD Caixa Grant bekommen hat. 2005 bekam Barrio die Fundacion Marcelino Botin Grant. Sie studierte zwischen 1997 und 2002 am PhD Programm im Bereich Kunstgeschichte an der Bellas Artes UCM in Madrid.