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Internationaler Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt 2010

: Marie NDiaye und Claudia Kalscheuer sind die Preisträgerinnen 2010.

Marie NDiaye (re.) und Claudia Kalscheuer sind die Preisträgerinnen 2010.
(Foto: Marcus Lieberenz)

Marie NDiaye wird der mit 25 000 Euro dotierte Preis für ihren Roman „Drei starke Frauen“ („Trois femmes puissantes“) verliehen. Der Übersetzerpreis, dotiert mit 10 000 Euro, geht an Claudia Kalscheuer, die den Roman aus dem Französischen übersetzte.
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Aus der Jurybegründung für die Autorin Marie NDiaye:
„Marie NDiayes ‚Drei starke Frauen’ ist ein subtiles, dicht geschriebenes, in seiner sprachlichen Ausgestaltung einen starken Sog entfaltendes Buch über gestörte Beziehungen, emotionale Abhängigkeiten und unerhörte Abgründe innerhalb der Familie: eine fein austarierte Choreographie von verstörenden Annäherungs- und Abstoßungsprozessen, deren Motiv nicht umsonst die Hitchcockschen Vögel sind. Und damit führt der Roman vor, was Schreiben jenseits der althergebrachten Kategorien von Heimat und Herkunft sein kann: ‚Weltkulturliteratur’ jenseits von Migration und Exil, die eine neue grenzüberschreitende Formensprache vorantreibt.“
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Aus der Jurybegründung für die Übersetzerin Claudia Kalscheuer:
„Claudia Kalscheuer ist es gelungen, den fein austarierten, halb alptraumhaften, halb surrealen Rhythmus des Textes im Deutschen abzubilden. Sie folgt sehr genau den Satzbewegungen des französischen Originals, wählt aber an den entscheidenden Stellen Möbiusschleifen, setzt Inversionen, reduziert die Zahl der Alliterationen, ohne ihr poetisches Moment auch nur im Entferntesten aufzugeben, und schreibt auf diese Weise ihrer Übertragung die deutsche Sprachmelodie ein, lädt sie mit exakt dem gleichen dichten, verstörenden Rhythmus auf, den das Original der ‚Drei starken Frauen’ auszeichnet. Und dies ist eine Meisterleistung.“
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Sieben Autoren und ihre Übersetzer waren nominiert:

Édouard Glissant: „Das magnetische Land“
Roman, Verlag Das Wunderhorn, 2010. Aus dem Französischen übersetzt von Beate Thill
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Yasmina Khadra: „Die Schuld des Tages an die Nacht“
Roman, Ullstein Verlag, 2010. Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe
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Yiyun Li: „Die Sterblichen“
Roman, Carl Hanser Verlag, 2009. Aus dem amerikanischen Englisch von Anette Grube
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Shahriar Mandanipur: „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren“
Roman, Unionsverlag, 2010. Aus dem Englischen von Ursula Ballin
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Dinaw Mengestu: „Die Melodie der Luft“
Roman, Ullstein Verlag, 2010. Aus dem amerikanischen Englisch von Volker Oldenburg
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Daniyal Mueenuddin: „Andere Räume, andere Träume“
Erzählungen, Suhrkamp Verlag, 2010. Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Heinrich
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Marie NDiaye : „Drei starke Frauen“
Roman, Suhrkamp Verlag, 2010. Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
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Der hochdotierte Preis – 25.000 € gehen an den Autor oder die Autorin und 10.000 € an Übersetzer oder Übersetzerin – lenkt die Aufmerksamkeit auf die Vielfalt und Vielstimmigkeit weltweiter Gegenwartsliteraturen und die Vermittlungsarbeit des Übersetzens. Gewürdigt werden zeitgenössische internationale Erzählstimmen, vornehmlich aus den Ländern Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas, die sich zwischen den Welten und Literaturen der globalisierten Welt bewegen, sie literarisch „übertragen“. 2009 gewannen der peruanische Autor Daniel Alarcón mit seiner Übersetzerin Friederike Meltendorf den Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt für „Lost City Radio“ (Wagenbach Verlag 2008).

2010 sind auch wieder deutsche und internationale Verlagshäuser zur Einsendung der Titelvorschläge aufgerufen. Anmeldeschluss war der 06. April 2010. Eine Jury namhafter Literaturkritiker und -wissenschaftler ermittelt nun die Preisträger in einem mehrstufigen Verfahren.

Zur Jury gehören Christian Döring (Lektor und Literaturkritiker), Gregor Dotzauer (Literaturkritiker, Der Tagesspiegel), Ottmar Ette (Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam), Sigrid Löffler (Literaturkritikerin), Katharina Narbutovic (Leiterin Berliner Künstlerprogramm des DAAD), Peter Ripken (Vorstandsvorsitzender ICORN – International Cities of Refuge Network) und Susanne Stemmler (Leiterin Bereich Literatur, Haus der Kulturen der Welt).

Für mehr Informationen und bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an literaturpreis@hkw.de

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Präsentiert von:

Dussmann

Deutschlandradio Kultur

VdÜ - Verband der Literaturübersetzer

Zentral- und Landesbibliothek Berlin

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