Diskussionen
01.03.2010 - 31.12.2010
Die Dekolonisierung wird üblicherweise als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte betrachtet. Der historische und politische Prozess, der in den ehemaligen europäischen Kolonien in Asien, Afrika und Lateinamerika zum Ende des Kolonialismus und zur Unabhängigkeit und zur Errichtung von Nationalstaaten nach europäischem Muster führte, gilt als beendet.
Die neue Reihe DeColonizing Europe geht davon aus, dass der Kolonialismus nach wie vor tiefe Spuren auch in Europa hinterlassen hat, und erschließt wechselseitige Perspektiven. Sie hinterfragt herkömmliche Grenzziehungen in kulturellen, künstlerischen, politischen und wirtschaftlichen Kontexten – außerhalb wie innerhalb Europas. Sie versucht, „Ansichten“ zu einer Neuverhandlung zu eröffnen. Wie funktioniert „Europa“ als Nexus von Ideen und Praktiken, die im globalen Kontext auch im nachkolonialen Zeitalter Widerstand oder bloße Affirmation hervorrufen? Welche Möglichkeiten der Selbstreflexion ermöglicht die Perspektive einer Dekolonisierung Europas in Bezug auf Staatsbürgerschaft, Pluralismus und Demokratie?
In Kooperation mit dem Forschungsprogramm „Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa“ des Wissenschaftskollegs zu Berlin.
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