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Internationaler Literaturpreis

Die Preisträger


Die Preisträger des Internationalen Literaturpreises – Haus der Kulturen der Welt stehen nun fest: Der peruanische Schriftsteller Daniel Alarcón und Friederike Meltendorf sind die ersten Träger des Preises, den das Berliner Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen vergibt. Alarcón, der in den USA lebt, gewann den mit 25 000 Euro dotierten Preis für seinen Debütroman «Lost City Radio» (Wagenbach Verlag), 10 000 Euro gehen an Friederike Meltendorf, die den Roman aus dem amerikanischen Englisch übersetzte.


Aus der Jurybegründung für die Preisträgerschaft des Autors:

„Der Debütroman des 1977 in Peru geborenen und in den USA aufgewachsenen Daniel Alarcón konfrontiert uns auf eindringliche und einfühlsame Weise mit einer Welt, in der das Zusammenleben immer wieder von Bürgerkrieg und Gewalt bedroht wird. Ein Roman, der sich wie eine Parabel liest – ein präziser literarischer Entwurf, der eine nicht näher verortete Gewaltsituation sowohl auf Süd- und Mittelamerika wie auch auf koloniale Regime anderorts übertragbar erscheinen lässt: Die Verschwundenen und der Kampf gegen das Vergessen sind zentrales Thema dieses geschickt komponierten Romans. Alarcón schreibt in der Sprache seiner neuen Heimat USA und erlebt mit kühlem und präzisem Blick Geschichten seines Herkunftslandes nach. Die raffinierte Verknüpfung verschiedener, fein ausgearbeiteter, nicht chronologisch angeordneter Erzählstränge zeigt – jenseits eines vordergründig lateinamerikanischen Szenarios – die weltweiten Webmuster von Macht und Gewalt auf.“


Aus der Jurybegründung für die Preisträgerschaft der Übersetzerin:

„Friederike Meltendorfs Übersetzung von Daniel Alarcóns Roman Lost City Radio aus dem amerikanischen Englisch kann als kongenial bezeichnet werden. Mit großem Einfühlungsvermögen und Stilsicherheit im Deutschen ist sie in der Lage, die klare, zuweilen karge, präzise und lakonische Sprache des Originals wiederzugeben, ohne dabei den wunderbaren Rhythmus, die zarte situative Poesie zu verlieren.“


Die Preisverleihung in Anwesenheit der Preisträger fand am 30. September 2009 um 19.30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt mit Ilija Trojanow als Festredner, Anna Thalbach (Lesung) und Wilfried F. Schoeller (Moderation) statt.


Die Shortlist 2009 in alphabetischer Reihenfolge

Alarcón, Daniel: Lost City Radio

Wagenbach 2008 ; aus dem Amerikanischen übersetzt von Friederike Meltendorf

(Lost City Radio, HarperCollins 2007)

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Doulatabadi, Mahmud: Der Colonel

Unionsverlag 2009 , aus dem Persischen übersetzt von Bahman Nirumand

(Sawal-e Colonel, weltweite Erstveröffentlichung)

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Hage, Rawi: Als ob es kein Morgen gäbe

DuMont Verlag 2009 , aus dem Amerikanischen übersetzt von Gregor Hens

(De Niro’s Game, Anansi Press 2006)

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Hemon, Aleksandar: Lazarus

Knaus Verlag 2009 , aus dem Amerikanischen übersetzt von Rudolf Hermstein

(The Lazarus Project, Riverhead Books 2008)

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Kohan, Martín: Zweimal Juni

Suhrkamp Verlag 2009 , aus dem Spanischen übersetzt von Peter Kultzen

(Des veces junio, Editorial Sudamericana 2002)

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Mengestu, Dinaw: Zum Wiedersehen der Sterne

Claassen Verlag 2009, aus dem Amerikanischen übersetzt von Volker Oldenburg

(The Beautiful Things That Heaven Bears, Riverhead Books 2007)

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zur Longlist 2009 ...


Mit dem hochdotierten Literaturpreis werden jährlich die herausragende Neuerscheinung internationaler Gegenwartsliteratur und ihre deutsche Übersetzung ausgezeichnet. Ziel des Preises ist es, Aufmerksamkeit für aktuelle literarische Stimmen aus aller Welt zu erhöhen und die Vermittlungsleistung von literarischen Übersetzern zu würdigen. Der „Internationale Literaturpreis" wird in der Fülle an Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt auf qualitativ hervorragende und außergewöhnliche Werke der internationalen Literaturen aufmerksam machen.


Der „Internationale Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt“ ist mit insgesamt 35.000 € dotiert. Davon gehen 25.000 € an den Autor und 10.000 € an den Übersetzer.


Zu dem neuen Literaturpreis äußert sich der Intendant des Hauses der Kulturen der Welt (HKW) Bernd M. Scherer: „Das Haus der Kulturen der Welt fördert seit seiner Gründung 1989 Aufmerksamkeit für die Vielstimmigkeit und Vielsprachigkeit des literarischen Schaffens. Wir freuen uns, zu unserem 20. Jubiläum mit der Stiftung Elementarteilchen einen Partner gefunden zu haben, mit dem wir den Stellenwert der internationalen Literatur hierzulande stärken können. Übersetzung zwischen den Kulturen ist heute wichtiger denn je; während Schriftsteller von der Komplexität unserer globalen Welt erzählen, wirken literarische Übersetzer als Vermittler zwischen den Sprachwelten .“


Für mehr Informationen und bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an literaturpreis@hkw.de


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