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Michael Baers: An Oral History of Picasso in Palestine

Michael Baers, An Oral History of Picasso in Palestine, 2014 | Image © Michael Bears

Michael Baers, An Oral History of Picasso in Palestine, 2014 | Image © Michael Bears

Eine Online-Publikation des Hauses der Kulturen der Welt im Rahmen des Berlin Documentary Forums
Konzipiert und gezeichnet von Michael Baers

PDF in der HKW Mediathek

2010 erfuhr Michael Baers von Khaled Houranis Plan, Picassos GemäldeBuste de femme (1943) in der International Academy of Art Palestine in Ramallah auszustellen. Die zweijährigen Vorbereitungen der Ausstellung 2011 – die Organisation der Leihgabe des Van Abbemuseums in Eindhoven sowie Transport und Versicherungen – wurden durch die Umstände der israelischen Besatzung behindert.

Presseberichte und die Dokumentation Picasso in Palestine von Hourani und dem Filmemacher Rashid Masharawi haben dieser Begebenheit zu gewisser Bekanntheit verholfen. Baers’ Graphic Novel An Oral History of Picasso in Palestine legt jedoch nahe, dass wir nicht die ganze Geschichte kennen. Auf der Grundlage umfangreicher Recherchen zeichnet die Arbeit die Entstehungsgeschichte des Projekts nach und erkundet dessen Bezüge zu Aspekten der israelischen Besatzung der West Bank. Während es als bloßer Exkurs erscheint, zu erörtern, wie die Proklamation des Staates Israel ineinem Museum stattfand, merkt Baers an: »Verzichtet man auf die spekulative Verbindung zwischen dem Staat Israel und der künstlerischen Moderne, schwächt man das Argument für das Anliegen, Picasso heute nach Ramallah zu bringen.« An Oral History of Picasso in Palestine liefert einen eleganten Metakommentar, der die Überschneidungen von Modernismus, Besatzung, Staat und Sicherheit untersucht, und im Gewand der Graphic Novel demonstriert, dass eine Narrativierung keine Reduktion von Komplexität bedeuten muss.