intercalations: paginated exhibition

Orra White Hitchcock, drawing of strata near Valenciennes, 1828–40, pen and ink on linen, (1 of 61) | Courtesy of Amherst College Digital Collections

Orra White Hitchcock, drawing of strata near Valenciennes, 1828–40, pen and ink on linen, (1 of 61) | Courtesy of Amherst College Digital Collections

Diese Ausstellungsreihe im Taschenbuchformat wurde in Zusammenarbeit mit Anna-Sophie Springer und Etienne Turpin für das Kuratoren-Netzwerk SYNAPSE entwickelt und erscheint als Taschenbuch sowie als webbasierte Open-Access-Publikation. Scheinbar binäre Kategorien wie Kultur/Natur, menschlich/nichtmenschlich, Subjekt/Objekt, Buch/Ausstellung werden in dieser Reihe untersucht und in Frage gestellt.

intercalations 1

intercalations 1

Anna-Sophie Springer, Etienne Turpin, (Hg.)
intercalations 1: Fantasies of the Library.
Berlin: K. Verlag & Haus der Kulturen der Welt, 2015.
Mit Beiträgen von Kader Attia, Andrew Beccone, Mark Dion, Rodney Graham, Adam Hyde, Erin Kissane, Raking Leaves, Hammad Nasar, Anna-Sophie Springer, Charles Stankievech, Katie Paterson, Megan Shaw Prelinger, Rick Prelinger, Veronika Spierenburg, Andrew Norman Wilson, Joanna Zylinska und anderen.
ISBN 978-0-9939074-0-1
Auf Englisch, € 15,99 Im Webshop kaufen
Download als PDF [ca. 5 MB]

Fantasies of the Library eröffnet die Reihe paginierter Ausstellungen mit Erkundungen bibliologischer Vorstellungswelten aus kuratorischer Sicht. In dem virtuellen Regal, unmittelbar neben Anna-Sophie Springers Essay über unorthodoxe Resonanzen auf institutionelle Ordnungsprinzipien in Buchsammlungen, enthält der Band ein Gespräch mit Rick Prelinger und Megan Prelinger von der Prelinger Library in San Francisco; Ansichten von Hammad Nasar (Head of Research and Programmes am Asia Art Archive in Hongkong) über die Bedeutung von Archiven und kultureller Erinnerung; ein Gespräch mit der Medientheoretikerin Joanna Zylinska über Experimente über die Schnittmengen von kuratorischer Praxis und open-source E-Books; und eine Diskussion zwischen Charles Stankievech, künstlerischer Ko-Direktor des K. Verlags, und dem Plattformentwickler Adam Hyde über bahnbrechende digitale Publikationsansätze im Bereich der Naturwissenschaften. Der Foto-Essay »Reading Rooms Reading Machines« zeigt Ansichten ungewöhnlicher historischer Bibliotheken neben Arbeiten von Künstlern wie Rodney Graham, Alexander Rodchenko, Veronika Spierenburg und anderen.

Rezensionen zu intercalations 1: Fantasies of the Library:
Reading at the Roche Limit: A Review of “Fantasies of the Library” (Feedback)
Front to Back, Top to Bottom, a New Book Series Reimagines How We Read (Hyperallergic)

intercalations 2

intercalations 2

Anna-Sophie Springer, Etienne Turpin, (Hg.)
intercalations 2: Land & Animal & Nonanimal.
Berlin: K. Verlag & Haus der Kulturen der Welt, 2015.
Mit Beiträgen von Mitchell Akiyama, Bianca Baldi, Seth Denizen, Thom van Dooren, Natasha Ginwala, Arvo Leo, Karthik Pandian & Andros Zins-Browne, Richard Pell & Lauren Allen, Axel Straschnoy, Robert Zhao Renhui und anderen.
ISBN 978-0-9939074-1-8
Auf Englisch, € 15,99 Im Webshop kaufen
Download als PDF [ca. 21 MB]

Land & Animal & Nonanimal verlässt den gebauten Raum kultureller Archive und wendet sich den postnatürlichen Landschaften des Planeten Erde zu. Im Gespräch über städtische Erdböden im Anthropozän beschreibt der Landschaftsarchitekt Seth Denizen eine Geschichte von Landnutzungspraktiken, die sich auch in den Fotografien des Künstlers Robert Zhao Renhui von Singapur als einem Schauplatz ständigen Auf- und Umbauens spiegelt. Angeregt von einem Besuch der Gegend um Wendover in der Wüste Utahs plädieren Richard Pell und Lauren Allen vom Center for Post Natural History in Pittsburgh dafür, der im Anthropozän-Begriff enthaltenen Sicht auf die Geologie eine Post-Natur aufzuprägen. Durch seine Begegnung mit „der letzten Schnecke” reflektiert der Umwelthistoriker und Philosoph Thom van Dooren über die Rolle von Hoffnung und Sorge im Kontext des Artensterbens. Und während der von Natasha Ginwala kuratierte Bildbeitrag mit Beiträgen von Bianca Baldi, Arvo Leo, Axel Staschnoy und Karthik Pandian & Andros Zins-Browne kosmologische und urtümliche Mensch-Tier-Szenarien in den Blick nimmt, widmet sich der kanadische Klangkünstler und Forscher Mitchell Akiyama Philosophien des Bewusstseins vor dem Hintergrund der Geschichte der zoologischen Tonaufnahme, insbesondere der Affenforschung und Evolutionstheorien aus dem neunzehnten Jahrhundert.

intercalations 3: Reverse Hallucinations in the Archipelago

intercalations 3: Reverse Hallucinations in the Archipelago

Anna-Sophie Springer, Etienne Turpin (Hg.)
intercalations 3: Reverse Hallucinations in the Archipelago
Berlin: K. Verlag & Haus der Kulturen der Welt, 2017.
Mit Beiträgen von George Beccaloni, Lucy Davis, Fred Langford Edwards, Matthias Glaubrecht, Mark von Schlegell & The Slave Pianos, Anna-Sophie Springer, Zenzi Suhadi, Rachel Thompson, Etienne Turpin, Satrio Wicaksono und anderen..
ISBN 978-3-9818635-1-2
Auf englisch, € 19
Download als PDF [ca. 7 MB]

Reverse Hallucinations in the Archipelago handelt vom Bedeutungswandel naturgeschichtlicher Sammlungen aus der Kolonialzeit in der ökologischen Krise der Gegenwart, dem Anthropozän. Anna-Sophie Springer und Etienne Turpin betrachten in ihrem Essay für diesen Band die Geschichten wissenschaftlicher Publikationen parallel zu den privaten Briefwechseln europäischer Naturforscher aus den Tropen. Sie erörtern dabei eine schizophrenes Dilemma im innersten Kern des kolonial-wissenschaftlichen Projekts. Mark von Schlegell, Iwank Celenk und The Slave Pianos entwerfen (gemeinsam mit Punkasila) in ihrer grafischen Sciencefiction-Novelle die futuristische Vision einer entomologischen Kernschmelze. Eine Bilderserie des Fotograf Fred Langford Edwards zeigt eine Serie von Arbeiten, die Präparate aus den naturgeschichtlichen Sammlungen des British Natural History Museum dokumentieren, während die Künstlerin Lucy Davis verfolgt den Weg des Teakholzes in Möbeln aus Singapur anhand von DNA-Spuren und Zeugenberichten zurück zu seinen Ursprüngen, den Plantagen Indonesiens. In einem Gespräch mit George Beccaloni, dem Entomologen und Leiter des Wallace Correspondence Project, geht es um die Geschichte des Sammelns biologischer Präparate; in einem weiteren Interview mit den Geologen James Russel und Satrio Wicaksono um Bohrungen im Malaiischen Archipel, bei denen 300 Meter Bodenproben mit den Spuren von 700.000 Jahren Klimageschichte im indonesischen Nusantara aufgenommen wurden. Die Musikerin Rachel Thompson steuert eine zweiteilige Komposition zum Osteo-Mythos des Javamenschen bei, der auf den niederländischen Paläoanthropologen Eugène Dubois zurückgeht. Matthias Glaubrecht, der Direktor des Hamburger Centrums für Naturkunde, beschreibt in einem für diese Publikation aus dem Deutschen übersetzten Text das rasende Tempo des Artensterbens auf den Malaiischen Inseln. Zum selben Thema enthält der Band ein Interview mit Zenzi Suhadi, dem Leiter des Department of Research, Advocacy, and Environmental Law bei der indonesischen NGO WALHI/Friends of the Earth, sowie eine Serie von Drohnenfotos, auf denen die jüngsten Transformationen der Waldlandschaft von Nusantara dokumentiert sind.

Expenditures in the Decapitated Economy

Expenditures in the Decapitated Economy

Anna-Sophie Springer, Etienne Turpin (Hg.)
intercalations 4: The Word for World Is Still Forest
Berlin: K. Verlag & Haus der Kulturen der Welt, 2017.
Mit Beiträgen von Sandra Bartoli, Shannon Lee Castleman, Dan Handel, Katie Holten, Eduardo Kohn, Ursula K. Le Guin, Silvan Linden, Yanni A. Loukissas, Abel Rodríguez, Suzanne Simard & Kevin Beiler, Paulo Tavares und anderen.
ISBN 978-3-9818635-0-5
Auf englisch, € 19 Im Webshop kaufen
Download als PDF [ca. 26 MB]

The Word for World is Still Forest bezieht sich im Titel auf eine Novelle von Ursula K. Le Guin aus dem Jahr 1972 und ist eine kuratierte Hommage an den Wald als turbulente Multinatur vielseitiger Wechselwirkungen. Das Buch spannt einen Bogen von der Vorstellung vom Wald als denkendem Organismus bis hin zu den in Reih und Glied gepflanzten Monokulturen, die heute weltweit die Wälder zu verdrängen drohen. In einem Interview entwirft der Ethnologe Eduardo Kohn ausgehend von eigenen Beobachtungen in Ekuador eine perspektivische Semiotik dieser Multinatur. Die kanadische Waldökologin Suzanne Simard erörtert in ihrem von Kevin Beiler illustrierten Beitrag, wie die Netzwerke der Pilze im Waldboden Nährstoffe von Lachsen verarbeiten, die aus dem Meer in die Flüsse und von dort durch Grizzlybären und Wölfe an Land geraten. Der Kurator Dan Handel gewährt Einblicke in eine Ausstellung über das Holz als wichtigsten Stoff der Waldmythen und Triebkraft industrieller Ressourcenallokation. Überlegungen zu den botanischen Daten im Arnold Arboretum an der Harvard University stellt Datenkurator und Mediendesigner Yanni A Loukissas an, während die Typografie der Baumformen aus dem Tree Alphabet der Künstlerin Katie Holten den Bezug zwischen dem Papier der Buchseiten und seiner Herkunft aus den Wäldern wiederherstellt. Aus einer kommentierten Infografik des brasilianischen Architekten und Stadtplaners Paulo Tavares zu Menschenrechtsverletzungen und indigenem Widerstand im Amazonasgebiet geht hervor, wie wichtig hybride Mitteilungsfähigkeit für diesen Widerstand gegen illegale Abholzungen und Plantagen sind. Auch Shannon Lee Castleman thematisiert in ihrem Foto-Essay die illegale Abholzung und besonders den zunehmenden Einschlag in den ohnehin schon stark dezimierten Regenwäldern Indonesiens. Die Landschaftsarchitektin Sandra Bartoli erzählt die kaum bekannte Geschichte eines Stadtwaldes namens Tiergarten in Berlin, und Silvan Linden beschreibt anhand eines Fallbeispiels den zunehmend umstrittenen Umgang mit urbanen „Wildnissen“ in dieser Stadt. Abel Rodríguez, ein Nonuya-Ältester und Schamane, erzählt die Sage vom Ahnenbaum der Fülle, aufgezeichnet in Zusammenarbeit mit der Waldschützer-NRO Tropen Bos International Colombia, und steuert eigene Zeichnungen von Heilpflanzen bei, die den örtlichen Bemühungen um Artenschutz dienen. Im Sinne eines Nachhalls erörtert ein Aufsatz von Pedro Neves Marques die Eigentümlichkeit indigener amerikanischer, bildhafter Vorstellungen von Naturkulturen. Schließlich enthält der Band Auszüge aus Ursula K. Le Guins Erzählung The Word for World is Forest.

intercalations: a paginated exhibition series erscheint in Kooperation mit K. Verlag

K. Verlag

Gefördert von:

Schering Stiftung