Feindbilder: Ideologien und visuelle Strategien der Kulturen

Feindbilder: Ideologien und visuelle Strategien der Kulturen

Feindbilder: Ideologien und visuelle Strategien der Kulturen

Herausgeber: Lydia Haustein, Bernd M. Scherer & Martin Hager
Eine Publikation des Hauses der Kulturen der Welt und der Kulturstiftung des Bundes
Einband: broschiert, Format: 14 x 22,2 cm
164 Seiten mit 18 Abbildungen
Wallstein Verlag, 2007
ISBN-10: 3-8353-0126-8
ISBN-13: 978-3-8353-0126-9
Preis: € 16

Erhältlich im Buchhandel

Die Kontroversen um die „Propheten-Karikaturen“ im Februar 2006, die zitierten Fragmente eines historischen Manuskripts in einer Rede des Papstes im Herbst desselben Jahres und die darauf folgenden gewalttätigen Reaktionen haben die Fragen nach den Spielregeln des Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichen Werte-Orientierungen neu gestellt. Schlagartig wurde deutlich, wie schnell politische und religiöse Akteure reagieren und auch die Macht der Medien zielgerichtet nutzen, wenn sie sich in ihrem kulturellen und religiösen Selbstverständnis angegriffen fühlen. Die Medien ihrerseits tragen ihren Teil zur Verschärfung der Situation bei, indem sie begierig jeden Skandal aufgreifen, der sich ihnen bietet, und mit verkaufsfördernden Bildern radikalisierter Massen garnieren. Jegliche öffentliche Kommunikation ist inzwischen weltweit wahrnehmbar, eine Beschränkung auf nationalstaatliche Kontexte oder bestimmte Zielgruppen lässt sich nicht aufrechterhalten. Wir erleben das Aufkommen neuer Werte in Netzwerken, die bislang nicht unbedingt im Fokus säkular-liberaler Freiheits- und Menschenrechte standen.

Die Dezentralisierung der Welt erfordert ein neues Nachdenken über die Art und Weise, wie wir zukünftig miteinander leben wollen. Die Akzeptanz der Gesellschaftsmodelle der westlichen Welt, die sich über Jahrhunderte verbreitet haben, entspricht keineswegs einem globalen Selbstverständnis. Fundamental-religiöse Konflikte zeigen schon heute ein Ausmaß an Diskrepanz, das auch die Vertreter liberaler Freiheitsrechte dazu zwingt, ihre scheinbar unantastbare Sicherheit neu zu diskutieren.

Die vorgelegte Publikation versammelt Positionen, die einer Polarisierung entgegenwirken wollen. Debattiert werden auf der Basis unterschiedlicher kultureller Werte Zukunftsstrategien, die das weltweite Zusammenleben von Individuen unter den Vorzeichen von Respekt und Toleranz auch für das Gegensätzliche ermöglichen können.